Neuigkeiten auf der Homepage des Heimatvereins

Das Jahr neigt sich dem Ende und auch dieses Jahr sind wieder viele neue Berichte von Veranstaltungen oder Lebensläufe von Schortenser Persönlichkeiten auf der Homepage veröffentlicht worden.

Ich verweise auf das Jahresprogramm für das kommende Jahr und auf die sehr ausführliche Lebensbeschreibung von Mine Scherf, die beim Plattdeutschen Abend im Mittelpunkt stand.

Weitere Inhalte werden folgen. In diesem Sinne eine besinnliche Vorweihnachtszeit und ein baldiges Wiedersehen bei einer unserer zahlreichen Veranstaltungen.

Adventsfeier

Zur gut besuchten Adventsfeier am 1. Dezember konnten besonders Pastor Gehrmann, Herr Gert Riechelmann und ein „Urgestein“ des Vereins – Herr Gerhard Hayen – begrüßt werden. Christian Berner spielte mit seinem Akkordeon zwischen den Wortbeiträgen die schönsten Weihnachtslieder. Pastor Gehrmann stimmte die Gäste auf die Adventszeit ein. Gert
Riechelmann, Sohn des Schortenser Pastors Otto Riechelmann zur Zeit
des 2.Weltkrieges, verlas sehr emotional seinen Lebenslauf und
betonte seine besondere Verbundenheit zu Schortens. Er berichtete
dann noch über seine Jugendstreiche. Christa Arntz erfreute die Gäste
mit plattdeutschen Geschichten, wie z. B. die problematische Geburt
eines Kalbes an Heiligabend kurz vor der Bescherung, auf die die
Kinder der Bauersfamilie sehnsüchtig warten, die Eltern aber beide im
Stall voll eingespannt sind. Zum Lachen war die Geschichte vom
Weihnachtsbaumständer mit Drehmechanismus und Spielwalze.
Christian Berner stimmte danach „Oh Tannenbaum“ zum Mitsingen an.
Die Gäste konnten sich an Stollen, Weihnachtsgebäck und Tee
erfreuen.

Heimatverein Schortens

Der Heimatverein wurde 1929 gegründet als eine Vereinigung der
Freunde der Heimat. In seiner Satzung ist festgeschrieben, dass er sich
zur Aufgabe setzt, die Liebe zur friesländischen Region zu wecken, zu
pflegen und zu erhalten. Insbesondere will er die geschichtliche und
wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und früheren Gemeinde Schortens
erforschen, das Erforschte festhalten und weiteren Kreisen zugänglich
machen, das Landschaftsbild schützen und dessen harmonische
Entwicklung fördern helfen, die plattdeutsche Sprache und das
heimatgebundene Gedankengut und Brauchtum pflegen. Eine weitere
Aufgabe ist die Bewahrung und Förderung des Bewusstseins der Kultur
und Heimatgeschichte der Gebiete Ostdeutschlands und des
Sudetenlandes, die früher Heimat vieler Schortenser Einwohner oder
ihrer Vorfahren waren.
Der Vorstand bemüht sich, diese ehrgeizigen Aufgaben in einem
umfangreichen Veranstaltungsprogramm zu erfüllen und lädt dabei
Mitglieder und immer Gäste mit ein. Für unsere Region typisch muss
die erste Veranstaltung ein Grünkohlessen sein, das erstmals direkt in
Schortens in der Gaststätte „In ́t Dörp“ stattfinden kann. An vier
Klönabenden werden aktuelle Themen angesprochen und Fachleute
eingeladen, um z.B. über Bestattungsformen zu informieren. Das
Brauchtum wird gepflegt beim Osterfeuer am Klein-Ostiemer-Weg. Von
den drei Vorträgen soll einer über Schortens informieren. Dieses Jahr
sind wir mit der St.-Stephanus-Kirche angefangen und setzen dies im
nächsten Jahr mit einer Kirchenführung in der Sillensteder St.-
Florians-Kirche fort. Die anderen Vorträge befassen sich mit der Natur
und der Umwelt. In einem Tagesausflug wollen wir unsere Heimat
kennenlernen, diesmal geht es nach Damme in ein ehemaliges
Erzbergwerk und an den Dümmer See. Mit dem Fahrrad und
zusammen mit dem ADFC geht es durch Schortens und umzu.
Sehenswürdigkeiten im Forst Upjever sind das Ziel. Beim Erdbeerfest
im Heimathaus in geselliger Runde werden von Mitgliedsfrauen
selbstgebackene Erdbeerkuchen und Kaffee und Tee angeboten. Der
plattdeutsche Abend zur Erhaltung und Pflege unserer niederdeutschen
Regionalsprache findet im Gegensatz zur nur alle zwei Jahre
veranstalteten Plattdüütsch Week des Landkreises jährlich im
Bürgerhaus statt und findet guten Zuspruch. Die Traditionsfeier des
Heimatvereins ist das Güstkinnelbee, das erstmals am 20.November
1931 nach der Errichtung des Wolfsgalgens am Klosterweg
durchgeführt wurde. Man wollte gerne Branntwein und Rosinen, das
sogenannte Kinnelbeer trinken. Da das aber üblicherweise nach der
Geburt eines Kindes ausgeschenkt wird, wurde das Wort „güst“ für
unfruchtbar,trocken,leer vorangestellt und die Feierrunde konnte so ein
Güstkinnelbeer trinken. Heutzutage spielt der geschichtliche
Hintergrund für den Wolfsgalgen keine große Rolle mehr, das gesellige
Zusammensein mit Musik und informativen und lustigen Vorträgen steht
im Mittelpunkt. Eine Adventsfeier stimmt auf die Weihnachtszeit ein.

Beim „Wiehnachtsmarkt bi de Kark“ sind wir mit einem Stand vertreten,
bei dem noch der vom Heimatverein herausgebrachte Kalender mit
historischen Bildern nebst Erklärungen von Schortens gekauft werden
kann. Die Versorgung der Beierleute an Silvester mit einem wärmenden
Getränk auf dem Glockenturm schließt die Aktivitäten eines Jahres ab.
Eine seit Jahren ungeklärte Frage ist die Zukunft unseres
Heimathauses an der Jadestraße. Der Heimatverein betreut die
Ostdeutsche Sammlung der Stadt und hat dafür das Erdgeschoß dieses
ehemaligen Wohnhauses zur Verfügung. Da die Stadt dieses Haus
aber gerne für weitere Stadtplanungen frei haben möchte, wird seit
Jahren nach Alternativen gesucht. Der große Saal in der alten Brauerei
ist nicht behindertengerecht zugänglich und die Bürgerstiftung als
Eigentümer kann einen Anbau eines Fahrstuhles nicht finanzieren. Der
Vorschlag des Heimatvereins, das Haus des ehemaligen
Friseurgeschäftes Brünlow in der Kirchstraße zu kaufen, wurde von der
Stadt abgelehnt. Bürgermeister Böhling machte daraufhin den
Vorschlag, auf einer stadteigenen Fläche am Klosterweg ein neues
Heimathaus zu bauen. Der Heimatverein wurde gebeten, notwendige
Räume und zukünftige Aktivitäten zu benennen. Nach Gesprächen im
Vorstand wurde ein Modell gebaut und vorgestellt. Ein
Ausstellungsraum ist für die Ostdeutsche Sammlung und für schon
vorhandene , aber aus Platzgründen nicht ausstellbare Gegenstände
aus Schortens vorgesehen. Dem Heimatverein wurden auch Karten und
andere Exponate des verstorbenen Heimatforschers Paul Bräuer
angeboten, aber mit dem Wunsch, diese auch auszustellen. Die
Ostdeutsche Sammlung ist im Internet komplett einsehbar, muss aber
im neuen Domizil in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe
Heimatvertriebene bei der Oldenburgischen Landschaft und Prof. Dr.
Sander attraktiver aufgebaut werden, um wieder Besucher auch vor Ort
statt im Internet zu haben. Das Olympia-Museum ist im TCN zu Gast
dank der Unterstützung von der TCN-Marketing und Herrn Ansmann
und nach dem Verkauf der Immobilie ist es kaum vorstellbar, dass dies
noch längere Zeit so bleibt. Deshalb ist hierfür ein weiterer
Ausstellungsraum vorgesehen.
Viele Schortenser Vereine wie z.B. die Landfrauen, die Theatergruppe
Schoost, das RUZ, die Klosterparkfreunde, die Gattersäge haben
Probleme, geeignete Veranstaltungsräume zu finden, weil bisher
genutzte Räume durch Schließung der Waldschänke, des Grünen
Waldes und zum Ende 2018 des Forsthauses wegfallen. Der Wirt des
Friesenhofes muss nach eigenen Angaben aus wirtschaftlichen
Gründen zur Deckung seiner anfallenden Kosten wie Pacht, Heizung,
Strom, Personal darauf achten, dass er an Wochenenden und in der
Vorweihnachtszeit seine Räumlichkeiten für lukrative Familien- und
Firmenfeiern zur Verfügung hat. Deshalb findet unsere
Traditionsveranstaltung „Güstkinnelbeer“ dieses Jahr letztmalig an
einem Samstag statt und der Klönabend im Dezember muss ausfallen.
Deshalb wurde auch ein Veranstaltungsraum mit kleiner Küche und

Abstellmöglichkeiten für Vereine eingeplant, damit auch ein Treffpunkt
ohne große Gastronomie möglich wird. Ferner könnten dann
Schulklassen eingeladen werden und Informationen über ihre Heimat
Schortens erhalten.
Eine der nächsten Aktivitäten wird die Aufstellung von DIN A3-großen
Hinweistafeln an den Denkmälern der Stadt sein, damit Einwohner und
Touristen sich informieren können. Es ist vereinbart, dass der
Heimatverein Bilder und Texte liefert und die Stadt die Schilder
herstellen und aufstellen lässt.
Weiterhin müssen wir uns um historische Orte wie z. B. das Heiligtum
beim Klosterpark kümmern, weil es in einen Dornröschenschlaf
versunken ist. In Zusammenarbeit mit den Klosterparkfreunden muss
eine bessere Lösung für den verbliebenen Rest des Klosterturmes
gefunden werden. Die vergessene historische Treppe an der
Südostseite des Friedhofes der St.-Stephanus-Kirche konnte jetzt dank
der Mithilfe der Stadt, der Kirche und einiger Nachbarn wieder nutzbar
gemacht werden.
Es gibt viel zu tun, packen wir es an!