Faszination Wattenmeer- schutzwürdige Natur im Wechsel der Gezeiten

Wer über den Deich bei Schillig blickt oder auf eine der Ostfriesischen Inseln fährt, spürt es eigentlich sofort :im Wattenmeer befindet man sich in einer ganz eigenen, besonderen Landschaft, in der nicht der Mensch über das Aussehen und die Entwicklung bestimmt, sondern weitgehend die Natur Regie führt .Gerade deswegen ist das Wattenmeer heute als Nationalpark geschützt und seit 2006 sogar als Weltnaturerbe durch die UNESCO anerkannt. Doch wer kennt sich schon dort genau aus, auch wenn der Nationalpark direkt vor der Haustür liegt? Dabei gibt es im Wattenmeer jede Menge Faszinierendes zu entdecken: Von Hunderttausenden Wattschnecken, die auf einem Quadratmeter Wattboden leben, bis zum größten Raubtier Mitteleuropas, der Kegelrobbe.

Darüber wird Anke Hofmeister, Biologin bei der Nationalparkverwaltung, in einem reich bebilderten Vortrag lebendig berichten. Sie erläutert außerdem, welche Verantwortung wir vor Ort für die weltweite Artenvielfalt wahrnehmen können und müssen. Vor allem die Zugvögel halten uns vor Augen, das der Schutz über das Wattenmeer hinaus bis nach Afrika und die russische Tundra reichen muss. Wer darüber hinaus wissen möchte, wie in fünfzig Jahren gewissermaßen aus dem Nichts eine neue Landschaft entsteht, ist am Donnerstag, dem 18.05.17 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Schortens genau richtig.

Im Bild: Anke Hofmeister (www.nationalpark-wattenmeer.de)

Zugverhalten der heimischen Vogelwelt

Einen ausführlichen Einblick in die heimische (Zug)vogelwelt übermittelte in einem im Bürgerhaus gehaltenen Vortrag „Vogelwelten“ der noch junge Student Jan Ulber. Dieser, der im vergangenen Jahr beim Mellumrat auf dem Nordseebad Wangerooge ein freiwilliges Ökojahr absolviert hat, konnte in überzeugender Art und mit gutem Bildmaterial die zahlreichen Zuhörer begeistern. Der Vorsitzende Johannes Peters konnte viele Zuhörer begrüßen.

An der Küste sind die Watvögel und die Gänse, die zu den Entenvögeln zählen, am meisten vertreten, gefolgt von den Sing- und Greifvögeln. Was sind Zugvögel? Diese wechseln vom Sommer- zum Winterquartier. Im Sommer, wenn genügend Nahrung vorhanden ist, ziehen sie ihre Brut auf und verlassen ihr Gebiet und fliegen gen Süden. Die Kurzstreckenzieher legen einen Weg bis 2000 km zurück, während die Langstreckenzieher über 4000 km bis in den Süden Afrikas fliegen. Dabei kommen sie bisweilen nur mit einem Zwischenstopp aus um ihre Mägen zu füllen.

Die Zugvögel navigieren über den Sonnenstand und Sternenhimmel, das Erdmagnetfeld und den Geruchsinn. In der Antike war das Zugverhalten der Vögel noch nicht bekannt. Man glaubte, dass sich die Schwalben in Frösche verwandeln und sich über den Winter bis zum Frühjahr unter Wasser aufhalten. Heute gibt es eine intensive Vogelzugforschung durch Beringung und Besenderung. Die artenreichste Vogelgruppe ist die der Singvögel, die bei uns alltäglich zu beobachten sind. Leider gehen einige Bestände durch den Klimawandel, die intensive Bearbeitung der Landflächen und fehlende Nistmöglichkeiten zurück.

Bild von links: Jan Ulber, Vorsitzender des Heimatvereins Schortens Johannes Peters


Bilder: Jürgen Niemann und Heimatverein