Tagesfahrt zum Schloss Evenburg, Emssperrwerk Gandersum

Am 17.Juni bei „Kaiserwetter“ fuhren wir mit dem Bus zuerst zum Wasserschloss Evenburg bei Loga-Leer, welches ein Kulturdenkmal ist.
Die Evenburg hatte über Jahrhunderte der Familie der Grafen von Wedel gehört und ist jetzt nach der Renovierung im Besitz des Landkreises.
Wir gingen bei einer sehr interessanten Führung durch die Privaträume der Gräfin Frieda und des Grafen Carl Georg von Wedel.
Die Originale der dort befindlichen Gemälde sind aber im Schloss Gödens bei der Familie Graf von Wedel. Die Kopien wirken sehr echt.
Die Allee im englischen Garten im Schlosspark, die zur Hauptstraße führt, ist mit 1900 Bäumen bepflanzt, und der Himmel ist innerhalb der Allee sichtbar! Nach dieser Führung fuhren wir zur Stärkung zur Gaststätte „bei Cassi“ in Moormerland. Dort erhielten wir ein reichhaltiges Mittagsbuffet.

Danach Weiterfahrt nach Gandersum zum Emssperrwerk. Nach einer sehr aufklärenden Filmvorführung über die Entstehung des Sperrwerkes und die Funktionen dieses Projektes besichtigten wir ebenfalls unter Führung das Sperrwerk. Es ist eines der modernsten Sperrwerke in Europa und seit September 2002 in Betrieb mit 60 Meter Duschfahrtbreite. Das Sperrwerk hat sich als Küstenschutzbauwerk längst bewährt. Von Dezember 2005 bis März 2017 wurde das Sperrwerk elfmal aus Sturmflutgründen geschlossen. Die Staufunktion des Sperrwerkes sichert zum anderen die Flexibilität des Schifffahrtsweges Ems zwischen Papenburg und Emden und damit den Erhalt der Wirtschaftskraft der Region. Das maximale Stauziel von 2,70 Metern über Normalnull erlaubt die Überführung von Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu 8,50 Metern, unter anderem auch die Neubauten der Meyer-Werft.

Zum Abschluss fuhren wir nach Großefehn ins Fehnmuseum zur Teestube Eiland. Sie bietet 50 Innenplätze und 40 Außenplätze. Dort ließen wir es uns bei Kuchen und wahlweise Tee oder Kaffee gut schmecken! Während der gesamten Fahrt nur schönes Wetter! Es war auch für den Busfahrer ein sehr schöner Tag!

Jürgen Niemann

Faszination Wattenmeer – Einblicke in den Lebensraum unserer Küste

Im Wattenmeer befindet man sich in einer ganz eigenen, besonderen Landschaft. Mit diesem Leitsatz eröffnete die Referentin Anke Hofmeister, Biologin bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, den Vortrag. Mit anschaulichen Bildern und verständlichen Beschreibungen wusste sie die Zuhörer zu begeistern. Das Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich über das niederländische, deutsche und dänische Wattenmeer. Es ist ca. 11500 km² groß und über 500 Kilometer lang. Das Wattenmeer steht in den drei Staaten schon seit über 30 Jahren unter Schutz und ist ab 2006 sogar als Weltnaturerbe durch die UNESCO anerkannt. Um in die seit 1978 geführte Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Einzigartigkeit der Kultur und Natur. Zu den Weltkulturerben zählen unter anderem die Pyramiden, der Kölner Dom, der Yellowstone-Nationalpark und das australische Greet-Barrier-Reef.

Das Wattenmeer zeichnet sich durch seine raue Dynamik aus. Es beherbergt zahlreiche Lebewesen und ist Kinderstube vieler Tierarten, so zum Beispiel der Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Auf einem Quadratmeter Wattenboden leben bis zu 12 Kilogramm Mießmuscheln, 100 Wattwürmer und 100000 Schlickkrebse. Diese Tiere bilden die Nahrungsgrundlage der hier lebenden und brütenden Vögel (50 Arten an der Zahl) und der Zugvögel, die hier Rast machen auf ihrer Reise in ihre Winter- oder Brutgebiete. Das Wattenmeer ist hinsichtlich der geologischen und ökonomischen Prozesse dauernd dem Wandel der Gezeiten ausgesetzt. Nirgendwo auf der ganzen Welt gibt es so große Zusammenhänge der Wattenmeere wie hier an unserer Küste.

Die Vielfalt der Lebewesen im Wattboden ist begrenzt, im normalen Gartenboden dagegen deutlich größer. Die Vielzahl hingegen ist im Wattboden sehr hoch. Die Referentin forderte die Zuhörer auf, das Weltnaturerbe Wattenmeer aktiv zu erleben und die Informationsstellen zu besuchen. Sie wies auf die im Oktober stattfindenden Zugvogeltage hin und sprach die Hoffnung aus, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer eine große Chance für einen nachhaltigen Qualitätstourismus sein möge.

Vorsitzender Johannes Peters überreicht einen Blumenstrauß an die Referentin Anke Hofmeister (Bild: Jürgen Niemann)

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