Die Traditionsveranstaltung „Güstkinnelbeer“ findet überwiegend in Plattdeutsch statt. Besonders begrüßt wurden der scheidende
Bürgermeister Böhling und Frau, der Plattdeutschbeauftragte Bernd
Grünefeld der Oldenburgischen Landschaft und der Plattdeutschbe-
auftragte des Landkreises Friesland Hermann Wilken.
Der Name Güstkinnelbeer wurde 1931 nach der Wiederaufstellung
des Wolfsgalgens am Klosterweg notgedrungen erfunden, weil man
dieses Ereignis mit Branntwein und Rosinen, dem Kinnelbeer feiern
wollte. Da dieses Getränk üblicherweise nach der Geburt eines Kindes ausgeschänkt wird, besann man sich mangels Kind auf die Güste, trocken stehende Kuh, und nannte es Güstkinnelbeer. Das Interesse an dem hochprozentigen Getränk wurde immer weniger und deshalb bieten wir jetzt ein friesisches Essen an, das sonst nicht in Gaststätten angeboten wird, diesmal Schnippelbohnen mit Kartoffeln, Würstchen und Speck.

Annegret Wieben und Uwe Salz wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft
im Heimatverein geehrt. Leider konnten beide nicht anwesend sein,
die Dankesurkunde wird zu Hause überreicht.
Bürgermeister Böhling ist in seiner Kindheit nur Plattdeutsch
sprechend aufgewachsen und musste dann aber auch Hochdeutsch
lernen. Er blickte auf 22 Jahre als Bürgermeister zurück und hatte an
seiner Bürotür ein Hinweisschild, dass man mit ihm auch Plattdeutsch
sprechen könne. Verhandlungen mit Bauern über Landverkäufe seien
meist in Platt gewesen. Aus Altersgründen durfte er nicht noch
einmal zur Wiederwahl antreten.
Bernd Grünefeld berichtete von den Bemühungen der
Oldenburgischen Landschaft zum Erhalt der Regionalsprache. So wird
für Kindergärten ein Leitfaden zum Erlernen des Plattdeutschen
verteilt und es besteht die Möglichkeit über kostenlose Apps wie
Platt mit Beo, die offizielle App für den norddeutschen Raum und mit
PlattinO, die App für das ostfriesische Plattdeutsch, diese Sprache zu
erlernen oder aufzufrischen.
Hermann Wilken machte auf den großen Unterschied zwischen
Friesland und Ostfriesland aufmerksam. In Ostfriesland hat jede
Kommune einen Plattdeutschbeauftragten und in Friesland ist nur er
für den Nordkreis und eine Kollegin für den Südkreis zuständig und
sie sind für den Bereich der Oldenburgischen Landschaft die Einzigen.
Wenn er die Schulen und Kindergärten um Beiträge für die
Plattdeutsche Woche bittet, bekommt er keine Zusage, weil man
genügend zu tun hat, den Kindern das Hochdeutsche beizubringen.
Rudi Rabe, der nach dem Tode von Jörg Beyer und Christa Arntz noch
lebende Gründer der Plattsnacker berichtete von den vielen Aufrufen
deren Internetseite. Er trug aus alten von ihm verfassten Aufsätzen
vor und die Zuhörer waren erstaunt, wie sehr sich doch vieles geändert hat.
Der aus Heidmühle gebürtige Liedermacher Helmut Hoffmann hat
dem Heimatverein seine zwei CD mit selbstkomponierten plattdeutschen Liedern geschenkt, von denen „Mien Schörtens“ und „Mien Freesenland“ vorgespielt wurden.




