Wo Bürogeräte Stadtgeschichte schrieben

Heimatverein Schortens mit „Olympia“ – Dauerausstellung auf dem TCN-Gelände

_heprod_images_fotos_1_17_4_20090424_dsc_0421 Bürogeräte aus dem vorigen Jahrhundert: Alfred Amman (li.) vom Heimatverein Schortens führt die ersten Gäste durch die nun eröffnete Olympia-Ausstellung.

Die Olympia Werke in Roffhausen waren einst größter Arbeitgeber der Region. Die neue Ausstellung umfasst die Firmengeschichte bis zum Niedergang Anfang der 1990er Jahre.

Rund 40 Quadratmeter Ausstellungsfläche für ein gut 45 Jahre währendes Kapitel Schortenser Geschichte: Seit Mittwoch ist auf dem TCN-Gelände in Roffhausen in Gebäude 7 die Dauerausstellung über die Olympia-Werke zu sehen.
Etliche hundert Exponate von den Anfängen der Schreibmaschine über Werbegeschenke, Fotografien und Dokumente vom Arbeitsalltag bei Olympia bis hin zum gusseisernen Firmenschild vom Werkstor hat der Heimatverein Schortens in den vergangenen 18 Monaten dank zahlreicher Spender zusammengetragen und archiviert. Ein großer Querschnitt der Olympia-Memorabilia ist nun mit entsprechenden Erläuterungen in den Regalen und Vitrinen ausgestellt.

Anfänge datieren von 1902

Die Ausstellung bildet nicht nur die Epoche ab 1945, als in Roffhausen in ehemaligen Kasernenanlagen die Olympia-Werke aufgebaut wurden, bis zum Niedergang Anfang der 1990er Jahre ab. Die Sammlung befasst sich auch mit der „Olympia Vor-Geschichte“ ab 1902 in Erfurt und Berlin. Ältestes Exponat ist eine Zeigerschreibmaschine „AEG Mignon” von 1903.
„Olympia ist die Seele dieses Standortes“, sagte Holger Ansmann, früherer Olympia-Betriebsrat und heute Geschäftsführer der TCN-Marketinggesellschaft. „Viele Heimatvertriebene, die nach 1945 vor allem aus Schlesien nach Schortens kamen, haben in Roffhausen Arbeit gefunden und konnten sich hier in Friesland eine neue Existenz aufbauen.“
Bürgermeister Gerhard Böhling lobte die Arbeit des Heimatvereins: „Roffhausen ist das industrielle Herz von Schortens. Ich bin froh, dass der Heimatverein die Initiative ergriffen hat, die Bedeutung der Olympia-Werke mit einer eigenen Ausstellung zu würdigen.”
Die Olympia-Werke in Roffhausen waren mit mehr als 13 000 Beschäftigten einmal größter Arbeitgeber im Nordwesten und in den 1950er Jahren sogar der viertgrößte Betrieb in Niedersachsens. Die neue Ausstellung sei ein schöner Beitrag, die Bedeutung Olympias für die Region und besonders für Schortens zu bewahren, sagte Böhling.
Großen Anteil am Aufbau der Ausstellung hat neben Alt-Olympianer Alfred Amman vom Heimatverein auch sein im vorigen Herbst plötzlich verstorbener Freund und Weggefährte Bogedan Grahlmann. Außerdem hat die junge Doktorandin Regina Rüdebusch aus Varel einen großen Anteil an der Ausstellung, die sie auch weiterhin fachlich begleiten wird.
„Wir können hier natürlich nur einen kleinen Querschnitt der Geräte und einen Zeitraffer der Historie zeigen”, sagte Amman am Mittwoch bei der Eröffnung. Er bedankte sich bei allen Spendern, die für die Ausstellung Exponate zur Verfügung gestellt haben.
Die neue Dauerausstellung ist ab Mai immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Darüber hinaus können Gruppenführungen auch an anderen Wochentagen und zu anderen Zeiten mit Alfred Amman unter Tel. 04461/84 342 vereinbart werden.

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