Vortrag von Dr. Holger Freund „Plastikmüll in der Nordsee“

Der Plastiktsunami – Wie ein Wertstoff zu einem ökologischen Problemstoff wird!

Die stetig wachsende Verschmutzung der Meere mit langlebigem Plastikmüll ist ein globales Problem mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Meeresökosysteme. Niedersachsens Küsten und Inselstrände sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen.
Ein interdisziplinäres Konsortium der Universität Oldenburg, bestehend aus physikalischen Ozeanographen, Geoökologen, Biologen und Umweltplanern, bearbeitet diese Problematik in einem vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Forschungsprojekt seit 2016, mit dem Ziel eine solide wissenschaftliche Grundlage der Quellen, Verteilungswege und Anreicherungsgebiete zu erarbeiten.
Das Konsortium untersucht Ausbreitungswege und Verschmutzungsgebiete von treibendem Makroplastik („sichtbare Plastikteile“) in der Deutschen Bucht und dem Wattenmeer mit einfachen Holzdriftern und hochaufgelöster numerischer Modellierung, die u.a. eine Rückverfolgung von Partikeln zur eindeutigen Identifizierung der regionalen Hauptquellen (Hauptschifffahrtswege, Flüsse, Tourismus) ermöglicht. Es setzt zudem küstennahe Beobachtungssysteme zur Erfassung von hydrodynamischen Parametern ein und entwickelt ein Konzept zu Monitoring und Analyse von Mülldaten entlang der Nordseeküste mit Schwerpunkt auf Flusseinträge.
Eine aktive Beteiligung der Bürger an der Mülldatenerfassung wurde mittels Web-basierten Eingabemöglichkeiten zur Meldung der Holzdrifterfunde geschaffen. Das Konsortium wird fundierte wissenschaftliche Daten zur Plastikverschmutzung an Niedersachsens Küsten und in der Deutschen Bucht liefern und mögliche Wege zur Planung von Vermeidungsstrategien aufzeigen.

Zu diesem Thema referiert Dr. Holger Freund allen interessierten Mitgliedern und Gästen am 17. Mai ab 19.30 im Bürgerhaus.

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