Die letzten Glöckner von Schortens

Autor: Oliver Braun, Quelle, abgerufen am 10.10.2017

Das Glockenläuten von Hand folgt einem festen Ritual. In der St.-Stephanus-Kirche pflegen fünf Männer diesen Brauch.

Mit geschlossenen Augen und Gehörschutz steht Johannes Peters vor der großen Nordglocke oben im zugigen Turm der Kirche St. Stephanus in Schortens. (Kreis Friesland). Geradezu andächtig zieht und schlägt er in einem festen Rhythmus den 85 Kilogramm schweren Klöppel an das Metall. Und es scheint, als würden sich die Schwingungen der tonnenschweren Glocke direkt auf ihn übertragen.

Das Glockengeläut der Kirche hat wahrlich etwas Meditatives. Majestätisches. Und Himmlisches. Ganz besonders in der Heiligen Nacht, wenn das Geläut mit reiner Muskelkraft erklingt. Und an diesem Ort, wo man dem Himmel ein kleines Stückchen näher ist.

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Heiliger Bim Bam: Johannes Peters schlägt die große Südglocke von St. Stephanus mit Muskelkraft an. Der Klöppel wiegt 85 Kilogramm.

Bild: Oliver Braun

Königin trinkt „Boonsopp“ mit Ehrenmitgliedern

TRADITION Heimatverein feiert Güstkinnelbeer – Rudi Rabe berichtet über die 1930er Jahre

SCHORTENS/OS – Das Güstkinnelbeer wird in Heidmühle seit 1931 gefeiert. Gefeiert wird mit „Boonsopp“, einem hochprozentigen Getränk aus Branntwein mit Rosinen und Kandis, das eigentlich als „Kinnelbeer“ aus Anlass einer Geburt angesetzt wird.

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Ilse Detjen (von links) schenkte die Boonsopp aus, Hermann Wilken, Georg Schwitters, Franz Cornelius, Anne Bödecker, Svenja Lafarré und Swantje Bruns probierten.

BILD: ANNETTE KELLIN

Das Traditionsfest des Heidmühler Heimatvereins geht aber auf die Erinnerung an den letzten erlegten Wolf von Oestringen zurück. Heute geht es darum, die Tradition zu wahren und sich im gemütlichen Kreis zu treffen. So wurde jetzt Güstkinnelbeer im Friesen-Hof gefeiert.

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