Im hohen Alter jünger denn je

Festakt zum 80-jährigen Bestehen des Heimatvereins Schortens

Blick in die Ostiemer Straße

Diese kolorierte Ansichtskarte von 1915 zeigt, wie es in Schortens zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ausgesehen hat

Die Zahl der Mitglieder ist wieder über 300 gestiegen und der Verein wird zunehmend auch für jüngere interessant.

Was ist bloß mit dem Heimatverein Schortens passiert? Vor gar nicht so langer Zeit näherten sich die Mitgliederzahlen rückwärts der 200-er-Marke und war der Verein vor allem für Jüngere ziemlich uninteressant.
„Seit einigen Monaten geht es mit den Mitgliederzahlen wieder steil nach oben: 216 waren es Anfang dieses Jahres, jetzt wird dank intensiver Werbung das 300. Mitglied willkommen geheißen“, sagt Vorsitzende Gabriele Böhling.

Soviel Mitglieder hatte der Heimatverein zuletzt vor mehr als 20 Jahren. Und es sind vor allem Jüngere, die sich für den Verein interessieren und den Altersdurchschnitt inzwischen erheblich senken.
Das allein wäre schon ein guter Grund zum Feiern. Doch der Heimatverein wird nun auch 80 Jahre alt. Mit einem Festakt inklusive Ansprachen, Ehrungen und einer Verlosung soll das am Sonntag, 14. Juni, ab 11.15 Uhr im Bürgerhaus gefeiert werden. Für Musik sorgt dabei des 1. Akkordeonorchester Schortens. Zuvor soll es ab 10 Uhr in der St. Stephanus-Kirche einen plattdeutschen Gottesdienst mit Pastor i.R Enno Ehlers geben.
Entstanden ist der Heimatverein Schortens 1929 unter Leitung des Eisenbahnpensionärs Karl Bock. Angeregt durch archäologische Funde und historische Nachrichten aus der Umgebung führte Bock und sechs weitere Männer das gemeinsame Interesse an der Geschichte und der Entwicklung von Schortens zusammen.
Unter der Führung von Karl Bock traf sich bald die gesamte Lehrerschaft der Gemeinde und der Sillensteder Pastor Carl Wöbcken, um die Geschichte des Klosters Oestringfelde und der Dörfer zu erforschen, der Sage des Wolfsgalgens nachzuspüren und das regionale Brauchtum und die historischen Stätten zu erhalten – bis der Zweite Weltkrieg das Vereinsleben für viele Jahre beendete.
Erst 1956 – längst hatten die Olympia-Werke für Wohlstand in Schortens gesorgt, waren neue Schulen und Kindergärten entstanden und viele Flüchtlinge aus dem Osten nach Schortens gekommen – wurde der Freundeskreis des Altertums als „ Heimatverein Schortens” auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Emil Martsfeld wiedergegründet. Viele Jahre war der Verein im Dorfgemeinschaftshaus, dem späteren Bürgerhaus, ansässig.
Dreh- und Angelpunkt des Vereins ist heute das Heimathaus an der Jadestraße, wo auch die Dauerausstellung der Ostdeutschen Heimatstuben angesiedelt ist.

Die Anfang des Jahres ins Amt gewählte neue Vorsitzende will die Tradition des Vereins bewahren, die Plattdeutsche Sprache hochhalten sich aber auch Neuem öffnen, damit der Verein jung und agil bleibt. Dazu zählen u. a. die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Projekte mit dem Jugendzentrum.

Quelle

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