Adventsfeier des Heimatvereins Schortens

Einem guten alten Brauch zufolge lädt der Heimatverein Schortens seine Mitglieder in der zweiten Adventswoche zu einer gemütlichen und unterhaltsamen Adventsfeier ein. Über 50 Mitglieder und Gäste trafen sich hierzu am 8. Dezember im Friesen-Hof in Heidmühle. Bei Kaffee, Tee und Apfelstrudel verlebten die Teilnehmer einen schönen Nachmittag.

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Horst Janssen bescherte den Gästen mit seinen weihnachtlichen Döntjes eine vorweihnachtliche Stimmung. Weihnachtslieder serviert mit leckerem Punsch rundeten das Programm ab.

Der stellvertretende Vorsitzende Peter Homfeldt danke allen für die reichliche Teilnahme und schloss die Feier mit guten Wünschen für das Weihnachtsfest und das Neue Jahr. Er wies auf das Grünkohlessen am 28. Januar 2012 an gleichem Ort hin. Beginn um 12 Uhr.

Ein Bauernhof mit Geschichte

Vom Kirchenjurat bis zur Pferdezucht

Am Ortsrand von Schortens, dort, wo in einigen hundert Metern das Marschenland beginnt, liegt an der Straße nach Dykhausen, der Eilksstraße, ein Bauernhof, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. Bis 1913 war der Hof im Familienbesitz der Nachkommen von Eilk von Moorwarfen. Eilks Name tradierte durch den patronymischen Namenswechsel durch die Generationen, bis er in der Franzosenzeit (1810-1813) zum festen Familiennamen wurde. Als solcher besteht er in dem Straßennamen bis heute fort.

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Das Bild zeigt die Hofstelle um ca. 1905

(links die Geschwister Anna, Ludwig und Hermann Eilks)

Urkundlich wird das Landgut bereits 1570 erwähnt. Der „Eigner“, so die damalige Bezeichnung des Eigentümers, war Gerdt Jacobs. Gerdt Jacobs war verheiratet mit Tialda Alrichs und war der Sohn des Eilk von Moorwarfen.
Er vererbte das Anwesen an Eilke Gerdes. Gerdes Ehefrau hieß Hauke, ihr Nachname ist nicht überliefert.

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Heimatvereen un Güstkinnelbeer

Wat is „Güstkinnelbeer“? Wat hett „Güstkinnelbeer“ to bedüden? Kört geseggt: Een Binannerkomen in lüstig Kreis bi Branntwien mit Rosinen. Kinnelbeer wurd dat nömt, wenn een Kinddööp de Anlass is. Un wenn dat nich de Anlass is – kien Kind to döpen is, denn heet dat ganz eenfach „Güstkinnelbeer.“ Up een Fier wullen uns Vörderen nich verzichten. Un wu kemen se up dat Woord „Güstkinnelbeer“? De Buur Dude Ammen Engelbarts ut Feldhusen hett maal een Gedicht schreven: „Theater, Opern und Konzert, das ist uns nicht der Rede wert. Wir leben recht gemütlich, ein frohes Festchen feiern wir, wir nennen`s wohl Güstkinnelbier.“ Un so is „Güstkinnelbeer“ up`t Welt komen un intüsken 80 Jahr old.

Wi sünd vandag tosomenkomen, üm ok an de Tieden torügg to denken, as de Heimatvereen Schörtens gründt worden is. Elven Jahr na de Eerst Weltkrieg un fiev Jahr na de Inflation wurr 1929 de Heimatvereen ut de Dööp hoven.

Uns ehemalig Vörsitter hett 2004 een Interview mit Hans-Wilhelm Grahlmann föhrt. Grahlmann kunn man fragen, he wuss över allens Bescheed. Seker harr he een Barg van Schriftstücken in sien Huus, aver dat allermeste harr he in sien Kopp. Un wiel he soveel in Kopp harr, leet he sük sien Haar nich snieden. De Haar sullen hüm Schuul günnen, dat hett he maal seggt. Ja, un ut dit „Interview“ ,-maal Woord, mag nich lieden-, beter Dörsnackeree, hebb ik Saken herutfunnen, de ik mit dissen Vördrag bekanntgeven will.

In de Midden van de 20er Jahren, daar fohr faken een wat dickhaftigen Keerl mit Rad dör Schörtens. An de Lenkstang hung immer een leddern Aktentasch. He weer doch seker al in Rent of in Pension? Dat stell sük herut, dat weer de Isenbahninspektor a.D. Karl Bock ut de Johannisweg. Man, wat harr he denn in sien Tasch? Uttosluten weer doch, dat he sien ganz Papieren mit sük rümschlepen dee. Aver wat sonst? Wi weet dat nich, aver antonehmen is, in sien Tasch leeg bestimmt sien fein smeert Botterbrood, sien Piep mit Tabakbüdel un een Krabber, un villicht ok noch een lüttge Spaat. Bock weer nemelk een Sammler van oll Pött un Plötkers, de he överall in`n Grund finnen kunn. Sien Hauptgebiet weer de Klosterpark. Man leet hüm gewähren, kien Behördenapparaat hett hüm dat verboden. Un veel van sien Fundstücken hett dat Heimatmuseum in`t Schlött kregen.

Eberhard Hanken ut Grappermöns, he leevt ok al lang nich mehr, funn up sien Land een Urn. Bock harr de Urn in sien Besitz nohmen un bi dat Bekieken kemen de Doktor König van Heidmöhlen un anner Mannslü to de Entscheden, dat dat doch moi weer, fakender mit Heimatfrünnen binanner to kamen. Un so keem dat, an`n 10. Juli 1929 wurr de „Freundeskreis der Altertümer der Gemeinde Schortens“ gründt. Eerst 1956 wurr de Freundeskreis umnömt in „Heimatverein Schortens von 1929 e.V.“ mit Satzung un Recht up Gemeinnützigkeit.

In Dezember 1930 kemen de Heimatfrünnen nu up de Gedanken, dat dat Vertellen un Beerdrinken för de Publikmakeree för de Heimatvereen nich förderlich weer. Se beschloten, de Wulfsgalgen bi`t Kloster wedder uptosetten, de veert Wulfsgalgen as Denkmaal an de tolesd doodschoten Wulf in`t Jahr 1738. De Öpentlikheid sull fakender wat van de Heimatvereen hören. Reklame weer ok al daarmals besünners wichtig.

An`n 21. November 1931 namiddags weer dat denn sowied. Daar wurr de neei Wulfsgalgen upstellt. Vörsitter Doktor König övergeev dat Wahrteken mit de grote Steen un de Bronzeplaat an de Gemeen. Emil Martsfeld, de to de Tied stellvertretend Gemeenvörsteher weer, versprook, dat Wahrteken van d` Gemeen in Pleeg to nehmen. Van dat lang Stahn un mit koll Fööt gung dat nu na Albert Eden in`n „Grönen Wald“, daar wu wi nu sünd. 80 Jahr is dat nu al her, un wenn de Krieg nich ween weer un wi jeder Jahr uns Güstkinnelbeer fiert harrn, weern wi vandaag dat 81. Maal tosamen.

Albert un Meti Eden mit hör Dochter Gesine harrn al moi utschmückt. Mit Koffie, Tee un Koken fung de Fier an. Dat is bi uns bit lesd Jahr Traditon ween, dit Jahr gifft dat Koffie, Tee un Brood mit Schink un Wurst.

Nu wedder 80 Jahr torügg. De Güstkinnelbeerfier wurr uplockert mit Vertellsels, Gesang un Musik. Tilly Eden (nich mit Albert Eden verwandt) kunn so fein up hör Handörgel spelen. Na twee, dree Glas Branntwien kemen de fröstigen Fresen so richtig in Stimmung: „Du kannst nicht treu sein“ klung dat dör`t ganz Huus. Un Tilly greep in de Tasten „Trink, trink, Brüderlein trink.“

De wenigsten van uns hier weern daarmals al up de Welt. Ik weer noch nich maal in Planung. De Weltwirtschaftskris in Oktober 1929 harr de Nationen in deept Depression brocht. Bold jeder sessde harr kien Arbeid, in Dütskland weern över 6 Millionen arbeidsloos. Geschäften gungen pleite un Banken worden dicht maakt. Disse Tied truck sük bit in de dartiger Jahren hen. De Lü van daarmals harrn nu een groot Verlangen, van de Sörgen un Nood in hör Olldagsleven freei to komen, ok wenn`t ok bloot för`n lüttje Sett weer. Un so dreep sük dat good, bit`d Güstkinnelbeer all de Sörgen fallen to laten.

Bi`t eerst Güstkinnelbeer kemen bült Minsken tosamen. De Wirtschaft kunn binahst nich all bargen, so groot weer de Andrang. Albert Eden harr vörsörgt – in dree Melkbummen harr he Branntwien mit Rosinen fröh genoog ansett. Mit een groten Sopplepel worden de Glöös full maakt. Daar seet so richtig Mumm in. Bi een Glas Branntwien för jedereen is dat nich bleven. Un so kann`n sük denken, dat menningeen sungend laat un luut na Huus komen is: „Du kannst nicht treu sein – nein, nein, dass kannst du nicht.“

Vandaag geiht dat sinniger to. Wi freit uns, dat wi wedder binanner koomt. In de diesig November-Maant is so een Fier willkamen. Scha is dat ja, dat de jung Lü sük för dat Güstkinnelbeerfest nich begeistern köönt. Un so sünd wi Öllern upropen, disse Tradition wieder uprecht to erhollen. Villicht kummt noch maal de Tied, dat uns Nakomen sük besinnt, de Erinnerungen an fröhere Tieden to plegen un daarmit ok dat „Güstkinnelbeer“ bestahn to laten.

Rudi Rabe

05.11.2011