St.-Stephanus – Vortrag von Ingeborg Nöldeke

St.-Stephanus – Kirche im Wandel der Zeiten
Apsis mit fünf Fenstern einmalig auf der Welt

 

 

 

 

 

(Bild: Rudi Rabe)

Im Rahmen der Vortragsreihen präsentierte der Heimatverein Schortens im Bürgerhaus Schortens die „St.-Stephanus-Kirche Schortens.“ Ingeborg Nöldeke mit ihrer über zwanzig jährigen Kirchenerfahrung wusste die Zuhörer mit Erläuterungen zu begeistern. Die ursprünglich katholische Kirche wurde ab dem Jahr 1150 erbaut und dem heiligen Stephanus gewidmet. Das 4,50 Meter hohe und 2,00 Meter breite Fundament erforderte die Aufschüttung einer Warft. Die mit der Eiszeit von Schweden her kommenden Findlinge wurden zu Quadern bearbeitet und zum Bau verwendet. Schwungvoller Handel mit Vieh und Tuchen machte es möglich, im Rheingebiet Tuffsteine zu erwerben, die auf dem Wasserweg nach Schortens gelangten. Der Kalkmörtel zum Mauern und Verputzen wurde aus
Herzmuscheln, dem Schill, hergestellt. Ursprünglich waren auch die Außenwände verputzt und mit Backsteinmehl und Ochsenblut eingefärbt. Zwischen 1150 bis 1200 entstanden zwischen Minden und Bad Zwischenahn insgesamt 32 Granitkirchen. Sie waren so groß, um in Kriegs- oder Sturmflutzeiten die Dorfbevölkerung nebst Vieh aufzunehmen.
1361 ließ der streitbare Keno tom Brook die mit Wall und Graben umgebene Kirche belagern und erobern. Die Apsis und die Nordwand wurden untergraben und zum Einsturz gebracht. Er zündete auch das Reetdach an. Nach Wiederaufbau und Fertigstellung 1439 erhielt die Apsis die gleiche Höhe wie das Kirchenschiff und fünf nach Osten gerichtete Fenster, was einmalig auf der Welt ist. Im Verlauf der Zeit erfolgten viele Umbauten, die im Mauerwerk erkennbar sind. In den eingebauten Sandsteinen sind tiefe eingeritzte Rillen zu erkennen. Eine Theorie geht dahin, dass man Pilgern die Möglichkeit gegeben hat, aus dem heiligen dem Antonius gewidmeten Stein Material zu entnehmen und mit nach Haus zu nehmen. Das war
Tourismusförderung Anno 1361! Wohlhabende Bauern bedachten den Hauptaltar mit Landstiftungen. Die Pachten dienten zum Unterhalt des Pastors und zum Erhalt und Schmuck des Altars. Nebenaltäre befanden sich an den Vorsprüngen der Apsis und unter dem Lettner. Die Vollendung des Lettners (1478), unter dem der Antonius-Altar Platz fand, könnte für eine
Frau aus Silland Anlass gewesen sein, eine großzügige Landstiftung zu leisten.

Als 1973 der Boden des Kirchenschiffs ausgehoben wurde um eine Fußbodenheizung zu verlegen, fand man ein Tongefäß mit drei Goldmünzen, die in der Zeit der Wiederherstellung der Kirche (1439) geprägt und als Dank im Altarraum vergraben wurden. Vermutlich waren
es noch mehr Münzen. Leider gingen wohl viele Münzen wegen fehlendem
Rechtsbewusstsein verloren. Noch im 17. Jahrhundert überragte der Glockenturm mit seiner 27 Meter hohen Spitze das Kirchenschiff. Mehrfache Blitze ließen den Turm mit Glockengerüst in sich
zusammenstürzen, dabei wurden auch das Kirchenschiff mit Orgel stark beschädigt. 1680 endete der Wiederaufbau der Kirche. Die Glocken bekamen zunächst ein Holzgerüst. 1709 begann der Neuaufbau des Glockenturms, und nach Unterbrechungen wurde er 1728 fertiggestellt. Die aus den Trümmern des zusammengestürzten Turms stammenden Steinquader wurden an die Gräfliche Verwaltung in Gödens verkauft und ein Teil dient als Stufen den Treppenaufgängen am Klein-Ostiemer-Weg.

Grünkohlessen war ein voller Erfolg

Wieder einmal zog das traditionelle Grünkohlessen im Forsthaus Upjever viele Mitglieder des Heimatvereins Schortens an. Der stellvertretende Vorsitzende Ronald Brandes war erfreut über den guten Zuspruch und sprach Ingrid Baron seinen Dank für die Organisation aus. Das vom Küchenchef Heiner Lenz zubereitete Essen fand allgemein guten Zuspruch.

Kohlkönigin wurde Carla Eden-Gerdes und den Titel des Kohlkönigs erwarb Herbert Perschke. Elisabeth Holtzmeyer wusste von einem Erlebnis zu berichten, als sie in der „Fremde“ von Kohlpinkeln erzählte.

Ronald Brandes sprach zum Schluss seine Hoffnung aus, dass das Grünkohlessen auch weiterhin Bestand haben werde und wünschte sich für’s nächste Jahr wieder ein volles Haus.

Bild links: Hanna Luks sorgte mit einigen plattdeutschen Döntjes für aufheiternde Aufmerksamkeit.

Bild Mitte und rechts: Kohlkönigin Carla Eden-Gerdes und Kohlkönig Herbert Perschke mit Ronald Brandes und Ingrid Baron
bei der Ordensverleihung.

 

 

 

Bienenvortrag beim Heimatverein

In welcher Umwelt wollen wir leben?

Vortrag des Heimatvereins Schortens über Bienen stößt auf Interesse

Wenn der Mensch weiterhin mit der Natur so sträflich umgeht wie bisher, wird es bald keine Bienen mehr geben. Die Insektenvielfalt ist in den letzten Jahren stark geschrumpft. Diesem heiklen Thema widmete sich Peter Bünting aus Sande in einem Vortrag im Bürgerhaus Schortens. Der Bestand der Bienenvölker sinkt dramatisch. Von einstmals vier Millionen Honigbienenvölkern sind 700.000 übrig geblieben. Diese Abnahme hat sich in den letzten zehn Jahren bedenklich fortgesetzt. Die Nahrungskette für Mensch und Tier gerät in Gefahr. 75 Prozent unserer Nahrung ist nur durch Bienenbestäubung gesichert. Wenn es kein Umdenken mehr gibt, kann sich der Mensch nur noch von Ingwer und Salat ernähren.

Gründe für den Niedergang sind nach seiner Meinung die eingesetzten Agrargifte, die das Nervensystem der Honigbienen schwächen und dadurch der im Jahre 1978 eingeschleppten Varro-Milbe mühelose Angriffsflächen bieten. Die Monokulturen drücken auf die Bestände. Mehr Wildblumenfelder sind wünschenswert. Es wird viel zu wenig dafür getan. Alle angelegten Wildblumenfelder in der Stadt Schortens reichen für 14 Tage nur einem Bienenvolk. Jedermann wird aufgerufen, die Gärten natürlich zu gestalten, den Rasen nicht wöchentlich zu mähen und mehr für die Natur zu tun. Wir sollten nicht vergessen, dass der wirtschaftliche Nutzen durch die Bestäubungsleistung der Bienen den finanziellen Wert der Honigproduktion um das 145-fache übersteigt.v.l. Renke Oltmanns, Peter Bünting, Johannes Peters
(Bild: Jürgen Niemann)