Historien

Essays aus der Gemeinde- und Stadtgeschichte Schortens

Traditionelles Beiern an der St.Stephanuskirche

1. Januar 2012
Von

Auch 2011 wurde zweimal im Turm der St.Stephanuskirche gebeiert. Dabei wurden die schweren Glockenklöppel rhythmisch gegen die Glocken geschlagen. Johannes und Hilko Peters übernahmen den 95 Kilogramm schweren Klöppel der 1949 gegossenen Südglocke. Hilko Peters gehört bereits zur sechsten Generation seiner Familie, die beiert. Hermann Reck und Manfred Onken schlugen die zehn Jahre jüngere Nord- und Horst Janßen die Westglocke an, die wohl aus dem 19. Jahrhundert stammt.

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Der Brauch wird jeweils an Heiligabend und, wie in diesem Falle, an Silvester ausgeübt. In früherer Zeit gab es zusätzlich am Morgen des ersten Weihnachtstages ein Beiern für die im Stall tätigen Knechte der Nachbarschaft, so Johannes Peters. Die Anfänge der Tradition lassen sich nicht mehr genau feststellen. Jugendliche beierten anfangs, um “Nachtgespenster und Plagegeister” vom Ort fernzuhalten, und sammelten im Dorf ein Traktament, also feste und flüssige Nahrung. Noch heute überbringt die Stadt und der Heimatverein Schortens, 2011 die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Bödecker und der Vorsitzende Michael Kunz, eine Flasche “Glockenschmeer”. Auf Platt blickte Anne Bödecker auf ihre Kindheit am Klein Ostiemer-Weg zurück, wozu stets das Beiern gehört habe. Sie ging mit Johannes Peters zur Schule.

Da die Jugendlichen zuviel Unfug trieben, beschloss der Kirchenrat 1862, nur noch Kirchenmitarbeiter und Nachbarn beiern zu lassen. Nach kriegsbedingter Pause wurde der Brauch vom Kirchenältesten Hans-Wilhelm Grahlmann 1947 wiederbelebt.

Das Video Silvester-Beiern in Schortens 2010/11 bei YouTube ansehen.

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Ein Bauernhof mit Geschichte

4. Dezember 2011
Von

Vom Kirchenjurat bis zur Pferdezucht

Am Ortsrand von Schortens, dort, wo in einigen hundert Metern das Marschenland beginnt, liegt an der Straße nach Dykhausen, der Eilksstraße, ein Bauernhof, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurück reicht. Bis 1913 war der Hof im Familienbesitz der Nachkommen von Eilk von Moorwarfen. Eilks Name tradierte durch den patronymischen Namenswechsel durch die Generationen, bis er in der Franzosenzeit (1810-1813) zum festen Familiennamen wurde. Als solcher besteht er in dem Straßennamen bis heute fort.

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Das Bild zeigt die Hofstelle um ca. 1905

(links die Geschwister Anna, Ludwig und Hermann Eilks)

Urkundlich wird das Landgut bereits 1570 erwähnt. Der „Eigner“, so die damalige Bezeichnung des Eigentümers, war Gerdt Jacobs. Gerdt Jacobs war verheiratet mit Tialda Alrichs und war der Sohn des Eilk von Moorwarfen.
Er vererbte das Anwesen an Eilke Gerdes. Gerdes Ehefrau hieß Hauke, ihr Nachname ist nicht überliefert.

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Garten-Eden

8. September 2011
Von

Die Geschichte der Gaststätte „Zum grünen Wald“ in Oestringfelde

Vor dem Jahre 1870 gehörte dem Landhäusling Harm Anton Eiben eine kleine Landstelle zur Größe von 6,5 Hektar, gelegen in Oestringfelde an dem Wege nach Upjever. In der Hauptsache wurde Ackerbau betrieben. Auf dem Areal befand sich ein kleines Wäldchen mit Nadel- und Laubgehölz. Zum landwirtschaftlichen Anwesen mit Wohnhaus und Stall gehörte das kleine Gasthaus „Grüner Wald“ mit einem großen Garten, ebenfalls am Weg nach Upjever gelegen. Im Jahre 1870 wurde der Sohn Ernst Frerichs Eiben neuer Eigentümer. Durch Tod erhielt 1897 dessen Tochter und spätere Ehefrau des Johann Gerhard Eden, Gesche Margarethe geb. Eiben, den Besitz.

Gruener Wald-30erJahre

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