Als die Wölfe auf der ostfriesischen Halbinsel heulten

Historienkalender Burkhard Schäfer räumt mit Wolfsmythen auf

„Dieser Kalender sollte unter jedem Weihnachtbaum liegen.“ Für den Verleger Hajo Allmers ist der traditionsreiche „Historienkalender“, der jetzt in Schortens in seiner 180. Ausgabe „auf das Jahr 2014“ vorgestellt wurde, eine echte Herzensangelegenheit. Und die Jubiläumsausgabe mit einem prachtvollen Wolf auf dem Titelbild wurde wohl nicht ganz zufällig im Friesenhof in Schortens vorgestellt. Rühmt man sich hier doch, den letzten Wolf des Jeverlandes erlegt zu haben.
Doch was der Autor der „Geschichte der Wölfe auf der ostfriesischen Halbinsel“ Burkhard Schäfer vortrug, räumt doch mit so manchem Mythos auf und macht allein schon durch diesen Aufsatz den Kalender zu einem „Muss“ für jeden historisch Interessierten. Gut mit historischen Quellen untermauert stellte er eine ganz andere Geschichte des „ach so bösen Wolfes“ dar.

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Übergabe der Jubiläumsausgabe des „Historienkalenders auf das Jahr 2014“ (v. l.) Helmer Schönheim, Hajo Allmers, Gerhard Böhling und Burkhard Schäfer

Zunächst einmal stellte er heraus, dass es wohl nie eine feste Wolfspopulation hier gegeben habe, sondern nur vereinzelte Tiere hier aufgetaucht seien. In den letzten 450 Jahren seien nicht einmal 20 Mal ein Vorkommen von Wölfen aktenkundig geworden, aber 16 überdimensionierten Jagden seien von der Obrigkeit durchgeführt worden. Mit der stolzen Bilanz, dass ganze sechs Wölfe zur Strecke gebracht wurden und ein Treiber in Friedeburg sein Leben lassen musste.
Und die Bevölkerung, die einfachen Leute, setzten sich aktiv und passiv gegen diese Jagden zur Wehr. So rückte die Esenser Bürgerkompanie „im Jahre 1774 gar nicht erst aus, sondern blieb in der Gastwirtschaft sitzen. Auch hier heißt es, dass die Namen der Esenser Leute nicht zu ermitteln waren.“
Und das ist nur eine von vielen Historien aus dem Jeverland, die auf 174 Seiten zu finden sind und bis zu einem Tsunami an den Stränden Frieslands reichen.

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