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	<title>Wolfsgalgen &#8211; Heimatverein Schortens von 1929 e. V.</title>
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	<title>Wolfsgalgen &#8211; Heimatverein Schortens von 1929 e. V.</title>
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		<title>&#8222;Problemwolf&#8220; begründet Traditionsfest (von Atto Ide)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henning Karasch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 14:48:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Brauchtum Heimatverein trifft sich zum Güstkinnelbeer – Mitglieder geehrt Probiert und für gut befunden: Heimatvereins-Vorsitzender Michael Kunz durfte das erste Glas Güstkinnelbeer verkosten. BILD: Atto Ide Schortens &#8211; „Kampfwertgesteigert“ kommentierte der Marinesoldat und Vorsitzende des Heimatvereins Schortens Michael Kunz das diesjährige Schortenser „Güstkinnelbeer“, das ihm von Bürgerhauswirt Josy Klein zur Probe serviert wurde. In munterer &#8230; <a href="https://hv-schortens.de/problemwolf-begrndet-traditionsfest/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„&#8222;Problemwolf&#8220; begründet Traditionsfest (von Atto Ide)“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Brauchtum</strong><br />
Heimatverein trifft sich zum Güstkinnelbeer – Mitglieder geehrt</h3>
<p><img decoding="async" src="http://www.nwzonline.de/nwz-bilder/art_gr/2010/11/09/JEVER_2d479ce9-f1af-4ffe-a39f-b6160b589784.jpg" alt="Bild" width="230" /></p>
<p>Probiert und für gut befunden: Heimatvereins-Vorsitzender Michael Kunz durfte das erste Glas Güstkinnelbeer verkosten. BILD: Atto Ide <a href="http://www.nwzonline.de/script/image.php?Imagefile=nwz-bilder/600/2010/11/09/JEVER_2d479ce9-f1af-4ffe-a39f-b6160b589784.jpg" rel="lightbox[1232]"><img decoding="async" src="http://www.nwzonline.de/images/btn_zoom.gif" alt="Bild vergrößern" /></a></p>
<p>Schortens &#8211; „Kampfwertgesteigert“ kommentierte der Marinesoldat und Vorsitzende des Heimatvereins Schortens Michael Kunz das diesjährige Schortenser „Güstkinnelbeer“, das ihm von Bürgerhauswirt Josy Klein zur Probe serviert wurde. In munterer Runde, zunächst bei Kaffee, Tee und Kuchen feierten die Mitglieder des Heimatvereins die inzwischen alte Tradition des Güstkinnelbeer.</p>
<p><span id="more-1232"></span></p>
<p>Seit 1931, als der Heimatverein den in Schortens’ Geschichte legendenumrankten <a href="https://hv-schortens.de/veroffentlichungen/der-wolfsgalgen/" target="_self">Wolfsgalgen</a> am Klosterweg zur Erinnerung an den letzten in Schortens erlegten Wolf wieder aufstellte, ist mit dem Wolfsgalgen auch das Fest des Heimatvereins verbunden. Kinnelbeer ist eigentlich die Tradition, bei der Geburt eines Kindes die Freunde und Nachbarn mit einem Getränk aus in Hochprozentigem eingelegten Rosinen zu erfreuen.<br />
Praktisch wie die Friesen nun einmal sind, bestanden sie auch auf dem Fest, wenn sich kein Nachwuchs einstellte, eben dem Güst-Kinnelbeer.<br />
Für Stimmung sorgten die „Sänger vom Schwarzen Brack“ aus Neustadtgödens mit Liedern, die mehr oder weniger mit dem Meer zu tun hatten. Zumindest Rum – welch ein Zufall – kam in jedem Lied ihrer ersten Staffel vor.<br />
An die Zeit nach dem Krieg in Schortens erinnerte Rudi Rabe, indem er aus dem neuen Buch des Heimatvereins „Das höchste der Gefühle – ein Mädchen aus Heidmühle“ das Kapitel über den Marktvogt Eduard Köhn vorlas.<br />
Für das nächste Jahr wolle man sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Vielleicht könne man im Sommer beim Wolfsgalgen das Fest begehen. Das deutete Michael Kunz an. Genaue Pläne gebe es allerdings noch nicht.<br />
Für 20 Jahre treue Mitgliedschaft ehrte Michael Kunz Hermine Buss, Margot Hillers, Johann Juilfs, Klaus Langer, Irmgard Mynarek, Herbert Schwiering, Annelene Sinske und Otto Wolken. 25 Jahre im Verein sind Mariechen Bockhoff, Martha Eden, Hertha van Hooven, Hans Peters und Gisela Rauska.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Friesland/Schortens/Artikel/2471784/%26bdquo%3BProblemwolf%26ldquo%3B+begr%FCndet+Traditionsfest.html" target="_blank">NWZ-Online vom 09.November 2010</a></p>
<h1>Beitrag von Henning Karrasch für die WZ</h1>
<p><strong>Güstkinnelbeer 2011 eventuell am Wolfsgalgen</strong></p>
<p><strong>Tradition</strong> Heimatverein Schortens ließ sich Rumrosinen schmecken</p>
<p><strong>Schortens</strong>&#8211; /Unser Erster Vorsitzender  Michael Kunz hatte zum 79. Güstkinnelbeer den Anwesenden eine ganz besondere Ankündigung vorzutragen. Im Vorstand, wo gerade das Programm für 2011 vorbereitet werde, sei die Idee aufgekommen, das 80. Jubiläum der traditionellen Rumrosinenverkostung am Wolfsgalgen an der Ecke Klosterweg/Ginsterweg abzuhalten. Er erinnerte daran, dass den Wölfen, im 17. und 18. Jahrhundert eine wahre Landplage im Upjeverschen und Hopelser Forst, mit Treibjagden begegnet wurde. Bei Friedeburg soll 1731 ein Wolf geschossen worden sein. Als sich schließlich in der Nacht vom 20. auf den 21. November 1738 der letzte Isegrim erdreistete, sich dem Schafstall der Hofjägerfamilie Richter auf dem Klostergut Oestringfelde zu nähern, schoss ihn der Jägerssohn, Hermann Anton Richter, kurzerhand ab und hängte den Kadaver an einen Eichenpfahl, wo ihn Schaulustige aus dem ganzen Jeverland bestaunten. Ein Bild des Tieres von Meppe Schwitters soll sich im Schlossmuseum Jever befinden, Dietrich Schütte sei durch das Ereignis zu seinem Gedicht ‘Der letzte Galgen’ inspiriert worden. Böse Zungen aus dem Raum Addernhausen bezweifelten allerdings, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handele, und verspotteten die Schortenser als ‘Hunhangers’. Viele Informationen verdankte Michael Kunz Georg Schwitters, so etwa dass die Holzpfähle bis 1909 immer wieder ersetzt wurden , bis der Wolfsgalgen in Vergessenheit geriet.</p>
<p>Aber schon auf der 18. Sitzung 1931 erinnerten sich die Mitglieder des Heimatvereins Schortens des Brauches und stellten auf den Tag genau 193 Jahre nach dem ersten Wolfsgalgen einen neuen Pfahl auf der Heide am Klosterweg auf, wo der Weg nach Schoost abzweigt. Vor 79 Jahren wurde dazu erstmals Güstkinnelbeer gereicht. Um es 2011 an Ort und Stelle zu genießen, müsste das Fest allerdings Ende August “in den Kalender eingebaut werden”, was dann zwar nicht zeitlich, dafür aber örtlich passend sei.</p>
<p>Die stellvertretende Bürgermeisterin Heide Bastrop weilte auch unter uns. Begonnen wurde der Abend mit Tee und leckerem Apfelkuchen. Michael Kunz war sich sicher, dass er sich einiger plattdeutscher Silben nicht  würde enthalten können, und trug Verse zur Gründungszeremonie 1931 vor.</p>
<p>Vor dem Genuss der “kampfwertgesteigerten Boontjesopp”  brachten die ‘Sänger vom Schwarzen Brack unter der Leitung von Axel Götschenberg an der Gitarre einige Lieder zu Gehör. Darunter war ‘Finster war die Nacht’ mit dem abgeänderten Kehrvers “In Neustadt wohnt ein blondes Kind” und flotten Pfiffen und der Schlager ‘Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n’, dessen Rhythmus zum Teil mit Löffeln geklappert wurde. “Ein leichtes Schunkeldefizit auf der Steuerbordseite” wurde beim Lied ‘Es trinken die Matrosen’ ausgemacht. Rum spielte beim Güstkinnelbeer in Texten wie Gläsern eine gleichermaßen große Rolle, da er nun mal das Lieblingsgetränk der Matrosen sein soll. Da Applaus das Brot der Künstler ist, bedankten sich die Sänger abschließend “für die dicke Schnitte”.</p>
<p>Auch Bürgerhauswirt Josi Klein hatte einige Verse zum Umtrunk mitgebracht, bevor Michael Kunz und er sich die Probiergläser von Ilse Behrends und Sandra Schneider füllen ließen. Anschließend gab es für alle Anwesenden ein ordentliches Glas Güstkinnelbeer.</p>
<p>Das “Kernevent”, so Kunz, wurde umrahmt von Beiträgen von Rudi Rabe und Georg Schwitters. Rudi Rabe las aus dem neuen Buch ‘Das höchste der Gefühle’, von dem bereits 50 Prozent verkauft wurden, seine Geschichte über den Schortenser Marktvogt Eduard Köhn vor. Das Buch sei ein solcher Riesenerfolg, dass der Verleger bereits nach einem zweiten Band fragte. Rudi Rabe berichtete außerdem ‘Ut Omas Huusholt’. Eine ebenfalls selbstverständlich plattdeutsche Geschichte über die problematische, humorvolle Herstellung von ‘Brummelbeerwien’ gab Georg Schwitters zum Besten. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurden Hermine Buss, Margot Hillers, Johann Juilfs, Klaus Langer, Irmgard Mynarek, Herbert Schwie-ring, Annelene Sinske und Otto Wolken, für 25 Jahre Mariechen Boekhoff, Martha Eden, Herta van Hooven, Hans Peters und Gisela Rauska geehrt.</p>
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		<title>Vom Wolfsgalgen inspiriert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pressemeldungen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 23:21:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seit 80 Jahren erforschen die Mitglieder die Geschichte Schortens’ Am 10. Juli 1929 kam der „Freundeskreis der Altertümer“ erstmals in Schortens zusammen. Initiiert wurde er von Karl Bock aus Kloster, der ihn bis 1941 leitete. „Erforsche die Wiegenzeit, die Geschicke, die Taten deines Volkes und deiner Stadt, denn es ist schimpflich, in seinem Vaterland ein &#8230; <a href="https://hv-schortens.de/vom-wolfsgalgen-inspiriert/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Vom Wolfsgalgen inspiriert“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<h3>Seit 80 Jahren erforschen die Mitglieder die Geschichte Schortens’</h3>
</div>
<p>Am 10. Juli 1929 kam der „Freundeskreis der Altertümer“ erstmals in Schortens zusammen. Initiiert wurde er von Karl Bock aus Kloster, der ihn bis 1941 leitete.</p>
<p>„Erforsche die Wiegenzeit, die Geschicke, die Taten deines Volkes und deiner Stadt, denn es ist schimpflich, in seinem Vaterland ein Fremdling zu sein“, sagte einst ein römischer Gelehrter.</p>
<p><span id="more-53"></span>Diese Worte griffen im Sommer 1929 sieben Einwohner von Schortens auf, um künftig ihre Forschung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse über Geschichte, Entwicklung und Landschaft der Gemeinde Schortens zu sammeln, sich auszutauschen und die Ergebnisse interessierten Mitbürgern zugänglich zu machen.</p>
<p>Angeregt hatten dazu archäologische Funde und historische Nachrichten aus der Umgebung. Historische Plätze und alte Gebäude gab es in Schortens ebenfalls aus unterschiedlichen Epochen, mit denen sich einzelne Forscher bisher in Einzelarbeit befasst hatten. So bildete sich der „Freundeskreis der Altertümer der Gemeinde Schortens“, der sich am 10. Juli 1929 erstmals in der Gaststätte Warntjen (heute Friesenhof) in Heidmühle zusammenfand. Dieser Tag ist damit der Gründungstag des heutigen Heimatvereins Schortens, der an diesem Sonntag im Bürgerhaus sein 80-jähriges Bestehen feiert.</p>
<p>Mittelpunkt des Kreises und eifriger Organisator war der Eisenbahnpensionär Karl Bock. Er wohnte in „Kloster“ in Schortens (heute Johannes-Weg) in unmittelbarer Nähe der historischen Stätten „Heiligtum“, des ehemaligen Klosters und des Platzes für den „Wolfsgalgen“. Diese Nachbarschaft könnte ihn inspiriert haben, sich der Forschung im Bereich der Heimatkunde zuzuwenden.</p>
<p>Sein Verdienst ist, dass eine arbeitsfähige Gruppe entstand, die zielstrebige Arbeit leistete, wie ein sorgfältig geführtes Protokollbuch aus jenen Tagen beweist. Doch Karl Bock war auch Praktiker. Zahlreiche Nachforschungen und Aufzeichnungen aus seiner Feder sind vielfach und noch bis heute Grundlagen heimatkundlicher Arbeit. Er rettete örtliches Brauchtum vor dem Vergessen und setzte sich für den Erhalt der historischen Stätten ein.</p>
<p>Fast alle Lehrer der Schortenser Schulen unterstützten seine Arbeit und manche Schuljungen mussten bei praktischer Arbeit, insbesondere bei Grabungen, helfen. Gute Kontakte gab es zu den Heimatforschern Georg Janssen und Pastor Carl Woebken, beide aus Sillenstede, die in den Kreis der Heimatfreunde integriert wurden.</p>
<p>Der Zweite Weltkrieg und der Tod von Karl Bock am 5. Mai 1941 brachten die Arbeit für mehr als ein Jahrzehnt zum Erliegen. Hans-Wilhelm Grahlmann aus Schortens nahm das heimatkundliche Gedankengut in Verwahrung. Der gute Kontakt zwischen den Freunden des Altertums wurde auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Emil Martsfeld aus Addernhausen Anfang 1956 neu geknüpft.</p>
<h4>Neuer Schwung</h4>
<p>Am 20. Januar wurde die Gemeinschaft unter dem neuen Namen „Heimatverein Schortens“ wieder ins Leben gerufen. Erstmals gab es auch einen Vorstand unter Leitung von Lehrer Hermann Mönning aus Jungfernbusch als Vorsitzenden. Dieser gab sein Amt 1962 an Lehrer Hans Luths weiter.</p>
<p>Schon 1969 übernahm Heimatforscher Erhard Harms aus Schortens für mehr als 17 Jahre die Leitung, bis er das Amt 1987 an Georg Schwitters weitergab. Im Mai 2005 übernahm danach Alfred Amman die Leitung der Heimatfreunde, bevor im Januar 2009 mit Garbriele Böhling erstmals eine Frau „ans Ruder“ des Vereinsschiffs kam und jüngere Kräfte in den Vorstand gewählt wurden, die für neuen Schwung sorgen sollten.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild.jpg" rel="lightbox[53]"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-947" title="Gabriele Böhling und Regina Rüdebusch" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/06/Bild.jpg" alt="" width="230" height="162" /></a></p>
<h6><a href="https://www.nwz-online.de/index_regionalausgaben_kreis_friesland_schortens_artikel.php?id=2029917" target="_blank">Quelle</a></h6>
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		<title>Der Wolfsgalgen</title>
		<link>https://hv-schortens.de/der-wolfsgalgen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pressemeldungen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2004 10:33:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historien]]></category>
		<category><![CDATA[Addernhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Anthon Richter]]></category>
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					<description><![CDATA[Geschichte Erhard Harms/Georg Schwitters Im Mittelalter war es nicht ungewöhnlich, dass im Winter Wölfe weit nach Westen in unseren Raum vordrangen. Gerissene Schafe und Rinder bedeuteten für die Menschen auf dem Lande herbe Verluste. Noch im 17. Jahrhundert heißt es über das Vorhandensein von Wölfen, dass im Hopelser Wald im Kreise Wittmund so viele Wölfe &#8230; <a href="https://hv-schortens.de/der-wolfsgalgen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Der Wolfsgalgen“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Geschichte</h2>
<h3>Erhard Harms/Georg Schwitters</h3>
<p>Im Mittelalter war es nicht ungewöhnlich, dass im Winter Wölfe weit nach Westen in unseren Raum vordrangen. Gerissene Schafe und Rinder bedeuteten für die Menschen auf dem Lande herbe Verluste.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/heimathuus71.jpg" rel="lightbox[1795]"><img decoding="async" style="display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border-width: 0px;" title="heimathuus7" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/heimathuus7_thumb1.jpg" alt="heimathuus7" width="148" height="244" align="left" border="0" /></a> Noch im 17. Jahrhundert heißt es über das Vorhandensein von Wölfen, dass im Hopelser Wald im Kreise Wittmund so viele Wölfe hausten, dass sie zur Landplage wurden. Im Jahre 1650 wurde eine Treibjagd auf Wölfe durchgeführt. 1705 setzte Fürst Christian Eberhard eine Wolfsjagd großen Stils an, die im folgenden Jahr wiederholt wurde. 1731 wurde in Friedeburg noch ein einzelner Wolf erlegt. Der letzte?</p>
<p>Seit 1692 war Hermann Anthon Richter Heuermann auf dem alten Klostergut von Oestringfelde. Sein Vater, Krin Richter, hatte die Erbpacht 1680 meistbietend ersteigert und den Weinkauf für seine Nachkommen geleistet. Hermann Anthon Richter trat das Erbe an, und es wurde ihm auch das Amt eines fürstlich- anhaltischen Wildjägers übertragen.</p>
<p>Zu seiner Zeit -man schrieb November 1738- trieb wieder ein verirrter Wolf in der Heide bei Oestringfelde sein Unwesen. In der Nacht vom 20. zum 21. November versuchte er, in den Stall des Wildschützen Richter einzudringen. Dabei wurde er überrascht. Man erzählte sich, Anthon Richter, der Sohn des Wildschützen, sei so erschrocken gewesen, dass er so schnell gar keine Kugel für seine Flinte zu finden vermochte. Er riss sich einen silbernen Knopf von seiner Weste und erschoss den Wolf damit. Den toten Wolf hängten sie an einen in der Nähe stehenden Eichenbaum.</p>
<p>Böse Zungen aus der Nachbarschaft, besonders aus Addernhausen, behaupteten, das erlegte Tier sei gar kein Wolf, sondern ein wildernder Hund gewesen. Man nannte darum die Schortenser in der Folge- zeit gerne scherzhaft »de Hunnenhangers«. Ludwig Strackerjan hat in seinem Werk »Aberglaube und Sagen« dankbar diese Episode aufgenommen und bekannt gemacht. Ein Diedrich Schütte benutzt es als Motiv zu seinem Gedicht »Der letzte Galgen«. Ein Gemälde des Wolfes von Meppe Schwitters ist im jeverschen Heimatmuseum zu sehen.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen21.jpg" rel="lightbox[1795]"><img decoding="async" style="display: inline; margin-left: 0px; margin-right: 0px; border-width: 0px;" title="Wolfsgalgen2" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen2_thumb1.jpg" alt="Wolfsgalgen2" width="164" height="244" align="right" border="0" /></a>Der Eichenbaum, an dem der Wolf hing, hieß aber seither »Wolfsgalgen«. Als nach 50 Jahren der Eichenbaum gefällt wurde, errichtete man zur Erinnerung einen Baumstamm mit einem galgenartigen Ast, »links vom alten Mühlenwege, 66 m vom Kreuzungspunkte, 10,5 m vom Wallfuße« (nach Angaben von Karl Bock, d.h. auf der östlichen Seite des heutigen Klosterweges). Dieser wurde in den Jahren 1800 und 1878 erneuert.</p>
<p>Der letztere stand bis 1909, und danach wäre die Geschichte des Wolfes von Oestringfelde sicher in Vergessenheit geraten, wenn nicht 1931 »Die Freunde des Altertums der Gemeinde Schortens« sich entschlossen hätten, wieder einen Wolfsgalgen aufzurichten. Er wurde nicht weit von dem ursprünglichen Standort <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Klosterweg+119,+26419+Schortens,+Friesland,+Niedersachsen&amp;sll=53.537425,7.92891&amp;sspn=0.006325,0.01929&amp;g=Klosterweg+117,+26419+Schortens,+Friesland,+Niedersachsen&amp;ie=UTF8&amp;ll=53.536482,7.928267&amp;spn=0.025301,0.077162&amp;z=14">auf dem »Keil« aufgestellt</a> und mit einer Erinnerungstafel versehen.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen3.jpg" rel="lightbox[1795]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Wolfsgalgen3" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen3_thumb.jpg" alt="Wolfsgalgen3" width="501" height="335" border="0" /></a></p>
<p>Die Einweihung des neuen Wolfsgalgens wurde anschließend mit einem großen Fest im »Grünen Wald« in Addernhausen gefeiert.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen.jpg" rel="lightbox[1795]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Wolfsgalgen" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen_thumb.jpg" alt="Wolfsgalgen" width="506" height="496" border="0" /></a></p>
<p>Die Heimatfreunde nannten es »Güstkindelbeer«, und dies wurde zu ihrem Traditionsfest. Seit der Wiedergründung im Jahr 1956 ist es alljährlich gefeiert worden. Der Wolfsgalgen ist mittlerweile bereits zweimal im feierlichen Rahmen neu aufgestellt worden, 1977 und 1998.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen1.jpg" rel="lightbox[1795]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Wolfsgalgen1" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/09/Wolfsgalgen1_thumb.jpg" alt="Wolfsgalgen1" width="503" height="337" border="0" /></a></p>
<p>Der Wolf von Oestringfelde war aber nicht der letzte in unserer Region. Noch 1767 ist in Spohle ein Wolf erlegt worden und der letzte Wolf in Ostfriesland 1776 von einem Bauern in Coldinne. Auch im 19., sogar noch im letzten Jahrhundert gelangten mehrfach Einzelgänger bis an die Weser.</p>
<h6>Quelle: Festschrift und das Heimatbuch “<a href="https://hv-schortens.de/veroffentlichungen/">75 Jahre Heimatverein Schortens 1929 – 2004</a>”<br />
Bilder: 09/2009, Michael Kunz</h6>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/DerletzteWolfWobl2.jpg" rel="lightbox[1795]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Der letzte Wolf Wobl." src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/DerletzteWolfWobl._thumb2.jpg" alt="Der letzte Wolf Wobl." width="507" height="1261" border="0" /></a></p>
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