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	<title>Rudolf Rabe &#8211; Heimatverein Schortens von 1929 e. V.</title>
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		<title>Einkaufen &#8211; Erinnerungen an die Jahre 1940 &#8211; 1960</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rudi Rabe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 21:14:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die meisten Leute kaufen heute in SB-Läden mit Selbstbedienung. Es soll ja noch Menschen geben, die Spaß daran haben, zwischen den vielen Leuten und den Regalen mit den Einkaufswagen zu hetzen und links und rechts nach den Artikeln zu haschen. Aber wenn man genauer hinsieht, stehen den meisten Menschen Stress im Gesicht geschrieben. Da hilft &#8230; <a href="https://hv-schortens.de/einkaufen-erinnerungen-an-die-jahre-1940-1960/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Einkaufen &#8211; Erinnerungen an die Jahre 1940 &#8211; 1960“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die meisten Leute kaufen heute in SB-Läden mit Selbstbedienung. Es soll ja noch Menschen geben, die Spaß daran haben, zwischen den vielen Leuten und den Regalen mit den Einkaufswagen zu hetzen und links und rechts nach den Artikeln zu haschen. Aber wenn man genauer hinsieht, stehen den meisten Menschen Stress im Gesicht geschrieben. Da hilft auch nichts, wenn leis die Musik zu hören ist. Und dann das lange Anstehen an den Kassen. Wie war es doch früher anders! In unserem Dorf unserer Gemeinde, das nun Stadt geworden ist, gab es über vier Dutzend Geschäfte.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2010/05/Scan10516.jpg" rel="lightbox[973]"><img fetchpriority="high" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Scan10516" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2010/05/Scan10516_thumb.jpg" alt="Scan10516" width="434" height="264" border="0" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Und alle hatten gut zu tun. Zumindestens hatten sie das nötige Einkommen und konnten davon leben. Von den Geschäften sind nur noch wenige übrig geblieben. Gern erinnere ich mich an vergangene Zeiten. Ich komme noch heute an Geschäften oder Häusern vorbei, wo wir früher einkauften. Dabei fallen mir die ehemaligen Kaufleute ins Gedächtnis. Wo sind sie bloß geblieben, leben sie noch? Es existieren wohl nur noch fünf alte Geschäfte. In die anderen Häuser sind Versicherungen und Dienstleister eingezogen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-973"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wo jetzt die Friesen-Apotheke ist, hatte Karl Scuik seine Drogerie. In der Bahnhofstraße gab es die Mühle Gebrüder Zuidhoff. Dort gab es das gute Schwarzbrot von acht Pfund. Vorne im Laden roch es so schön nach frischem Brot. Hinten im Lager gab es Viehfutter und Futter für Hühner und Enten. Sämereien und Kunstdünger gab es dort auch. Maggi Freese mit seiner kräftigen Gestalt hatte für jeden ein gutes Wort. Jetzt ist dort ein Geschäft für Herde und Kamine eingezogen. Gleich daneben befand sich die Papeterie von Frau Horn. Auf der anderen Seite war Theile Mehnen. Dort wurde mit Baustoffen gehandelt. Gegenüber von der Bundesstraße hatte Mimi Sassen ihren Süßwarenladen mit ihren leckeren Dauerlutschern. Willi Sassen, ihr Ehemann, verkaufte Tabak. Das Fotohaus Bernhard Heinemann war gut frequentiert. Wir gehen zurück auf den Bahnhof zu. Hier stand ein Kiosk. Der Besitzer war „Graf von Ripkenstein“, so hat er sich nicht nur einmal bei fremden Leuten vorgestellt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gleich am Eingang der Oldenburger Straße gab es den Konsumladen, der aus der Menkestraße nach hier umgezogen war. Viele Leute erledigten hier ihren Einkauf. Waren es die Rabattmarken als Anreiz zum Kaufen, die es hier gab? Aus dieser Zeit ist ein Spruch überliefert, wenn jemand verstorben war: „He köfft ok nich  mehr bi`d Konsum.“ Und dann erst die Drogerie Schütt. Hier konnte man alles kriegen, Zahnbürsten, Seife, Rattengift, Rasierklingen, Knoblauchpillen, Filme und vieles mehr. Heute befindet sich hier eine Textilreinigung. Wo jetzt ein Rechtsanwalt seine Klienten berät, war früher das Milchgeschäft Eiben. Frau Eiben schmiss den Laden und ihr Mann Heinz zog mit seinem Milchwagen über Land und kassierte die Groschen ein. Schuhe, Schulsachen, Spielzeug und Schreibpapier gab es bei Thade Janssen. Heute ist dort die Servicestelle des Jeverschen Wochenblatts. Gegenüber war die Bäckerei Franzen, später das Uhrengeschäft Mönnich.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein ganz altes Geschäft besteht heute noch, E. W. Hayen, Porzellan, Töpfe, Pfannen, Werkzeuge und vieles mehr gibt es dort zu kaufen. Mit Leni und Erwin Willms konnte man schön „snacken“, und sie wussten immer Bescheid. Genau gegenüber befand sich das Kolonialwarengeschäft von Emma Hasenkamp. Hier konnte man auch alles bekommen. Essen und Trinken, Waschmittel, Spirituosen, beinahe so wie bei Karstadt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2010/05/Scan10512.jpg" rel="lightbox[973]"><img decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Scan10512" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2010/05/Scan10512_thumb.jpg" alt="Scan10512" width="441" height="279" border="0" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ihr Sohn Rudolf handelte mit Kohlen. Dann wieder auf der anderen Seite stand die Shell-Tankstelle von Detjen. Hier gab es Öl, Schmierfett und Flickzeug für Fahrräder. Detjen machte auch Reparaturen für Fahrräder. Auf der Nachbarschaft befand sich das Geschäft von Johann Gembler. Auch hier gab es „Kolonialwaren.“ Später ist Gembler ein paar Häuser weiter gezogen. Hier stellte er seinen Handel um. Jetzt gab es im Besonderen Feuerung, Düngemittel, Steckrüben, Kohlarten und Getränke mit Prozenten.</p>
<p style="text-align: justify;">Eines der ältesten Geschäfte war die Schlachterei Hermann Franzen an der Ecke zum Postweg. Sein Sohn Erich führte die Schlachterei fort, er ist dann später an die Menkestraße gezogen. In der Oldenburger Straße gab es das Geschäft Peters, Kurzwaren Peters – Inhaber Herbert Jakobs. Knöpfe, Stricknadeln, Nähgarne, Strümpfe, Unterkleidung für Frauen und Männer waren im Angebot. Und dann gab es dort das Schuhgeschäft von Alice Gerdes. Wir gehen ein paar Schritte zurück und betreten den ehemaligen Schulweg, jetzt die Heinrich-Tönjes-Straße.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier hat sich vieles verändert. Standen hier früher Baracken, so sind dort heute Neubauten zu finden. Ganz vorne an hatte Fritz Hetz seine Gärtnerei und seinen Blumenladen. Auf der anderen Seite lag das Fischgeschäft Ludwig Janssen. „Ludscher“ wurde er genannt. Zum Auffrischen seines Vermögens kutschierte er die Leute mit seinem schwarzen Mercedes-Taxi. Heute gibt es dort eine Heilpraktikerpraxis. Daneben war die Heizmangel Henke. Und dann gab es dort noch zwei Malergeschäfte von Otto Bluschke und Otto Hinrichs (Maler Ott). In der Nähe der Bundesstraße hatte Waldemar Nommensen in einer Baracke seinen Elektroladen eingerichtet. Und gleich dahinter lag die Gewehrfabrik Austmeier. Der Klempner Ernst Rüter führte seinen Betrieb. Auf der anderen Seite der Bundesstraße gab es das Fahrradgeschäft Lipinski. Lipinski verkaufte sicher nicht viele Fahrräder, aber bei Reparaturen war er Spitze.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir gehen jetzt in die Menkestraße. Dort gab es zunächst Kiko Koch. Albert Koch war eine lebendige Litfasssäule für Zigaretten. Er war immerzu am Rauchen und verkaufte nebenher Krimskrams, Obst, Tabak und Lottoscheine. Dem Vernehmen nach soll er Billardmeister von Heidmühle gewesen sein. Dort wo der Mühlenweg abzweigt und jetzt das Hotel „Mühleneck“ steht, hatte Ernst Niemann sein Lebensmittelgeschäft. Ernst Niemann mit seinem roten Gesicht war immer freundlich. Und genau gegenüber lag das Geschäft L. H. Hinrichs. Hier wurde mit Kunstdünger, Kohlen und Torf gehandelt. Vorne im Extrahaus gab es ebenfalls Lebensmittel. Als L. H. Hinrichs finanziell hinten nicht mehr hoch kam, übernahm Theo Rogoss den Laden und verkaufte Textilien und andere Sachen. In das Landhandelsgeschäft zog Helmut Pantke ein. Später zog Pantke auf die andere Seite und hat dort eine Kornmühle aufgezogen. Der Gebäudekomplex L. H. Hinrichs besteht nicht mehr. Dort befindet sich heute das Hillers-Eck.</p>
<p style="text-align: justify;">Fünfzig Meter weiter das Geschäft von Hans Popken. Kohlen, Düngemittel, Futter für Vieh, Hühner und Tauben war das Hauptgeschäft. Das Geschäft gibt es heute noch, nur das Angebot hat sich verändert.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein paar Schritte weiter im Neumannsweg existierte das Lebensmittelgeschäft von Hinrich Hinrichs. „Hinni Hund“ wurde er genannt . Diesen Namen verdiente er sich dadurch, weil er vor seinen Auslieferungswagen oder –schlitten einen Hund einspannte, wenn er auf Kundschaft war.</p>
<p style="text-align: justify;">Später zog er in die Jeversche Straße. Nicht weit weg hatte Grete Sievers ihren Laden. Auch hier gab es Lebensmittel, aber auch Textilien. Kleider konnte man auf Warenkredit bekommen und im Monat mit fünf Mark abzahlen. Bei dem Schneider Gents gab es Anzüge und Hosen und wo jetzt das Elektrogeschäft Reelfs ist, war der Laden vom Schuster Ludwig Niemann. Bruno Reelfs kam 1959 mit dem Elektrogeschäft hinzu. Gegenüber hatte Janssen seinen Milchladen. Gerhard Eiben unterhielt zeitweise drei Geschäfte. Bei Frieda Fischer in der Plaggestraße gab es in ihrem kleinen Laden Textilien. Was Frieda nicht auf Lager hatte, wurde kurzerhand per Katalog bestellt oder ihr Ehemann Max fuhr mit der Kundschaft direkt in die Fabrik. Ein paar Häuser weiter verkaufte Karl Peick Textilien und Gardinen. Auf der anderen Seite führe Willi Offen seinen kleinen Lebensmittelladen. Weiter zur Kirche hin gab es den großen Lebensmitteladen von H.B.Gerdes, der dann später von Egon Caspers übernommen wurde. In Schortens in der Kirchstraße gab es wirklich Klein-Karstadt: L. H. Hinrichs. Hier wurden Porzellan, Küchengeschirr, Öfen, Herde, Fahrräder, Radios, Nägel und Schrauben verkauft. Und auch noch Lebensmittel in allen Sorten.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegenüber konnte man Kleidung und Bettzeug bei Heinrich Warmbold kaufen. In der Zeit zog dort Fritz Huck als Pächter ein. Als Huck in das ehemalige Möbelhaus Harms in die Menkestraße zog, übernahm Karl Peick das Geschäft. Seinen Laden an der Plaggestraße gab er auf. In der Nachbarschaft war die Dampfbäckerei Bernhard Ulfers. Der Brot- und Kuchengeruch zog jeden Morgen durch`s Dorf. Auch hier wurde den Einwohnern die Gelegenheit geboten, sich mit Lebensmitteln einzudecken. Auf der anderen Seite der Straße hatte Paul Eichner den Laden für Fahrräder mit Reparaturservice. An der Schooster Straße befand sich die Schlachterei Adi Schröder und Anni Schütt mit ihrem Farbenladen.</p>
<p style="text-align: justify;">In Heidmühle und Schortens gab es noch mehr Läden, wo man Lebensmittel einkaufen konnte. Es waren dies Moulin/Hertha Peekes in der Bebelstraße, Marga Janssen in Ostiem, Wilhelm</p>
<p style="text-align: justify;">Harms in der Jeverschen Straße, Lehmann in Ostiem an der Bundesstraße, Gertrud Garrelfs in der Addernhausener Straße, Hinrich Janssen (Backer Backer) in der Jeverschen Straße, Reinhard Schoormann (Renni) im Steensweg und Benthien am Mühlenweg. Bäcker Heintel hatte auch noch Eßbares zu verkaufen. Und noch ein Lebensmittelgeschäft am Mühlenweg gab es, das von Kalli Husmann.</p>
<p style="text-align: justify;">Über zwanzig Läden mit Lebensmitteln gab es vor 50 – 60 Jahren. Für die Hausfrauen war es bequem, sie brauchten nicht weit zu laufen oder fahren und hatten auch noch Zeit für einen kleinen Klönsnack. Zwischen den Geschäftsinhabern gab es keinen Preiswettbewerb. Die Preise waren meist gleich. Aber die Kaufleute wussten sich zu helfen. Mit Freundlichkeit, Anschreiben lassen und Hauslieferungen banden sie für sich ihre Kundschaft. Bezahlt wurde mit Mark, Groschen und Pfennigen oder mit Bankschecks. Euroschecks und Kreditkarten gab es noch nicht. Die Waren gab es meist in losen Kisten, Zucker und Salz kamen in Papiertüten. Für Milch brachte man eine leere Flasche mit. Die großen Probleme mit dem Abfall so wie heute gab es früher nicht. Was man im Hause nicht mehr gebrauchen konnte, kam einfach in den Ofen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Männer brauchten früher nicht lange zu überlegen, was sie ihrer Frau zum Geburtstag schenken konnten: Eine neue Stofftasche oder ein Netz zum Einkaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Rudi Rabe</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff0000;">(Das Copyright der Bilder liegt bei <a title="Anfrage an Rudi Rabe stellen" href="mailto: rudirabe.schortens@t-online.de" target="_blank">Rudi Rabe</a>, weitere Verwendung nur mit schriftlicher Genehmigung)</span></p>
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		<title>&#8222;Wolfsfreie Zone&#8220; seit dem Jahr 1738</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henning Karasch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 09:58:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Heimatverein Schortens feiert im Bürgerhaus sein traditionelles Güstkinnelbeerfest Rund 50 Mitglieder und Freunde feierten das Fest. Im Mittelpunkt steht Branntwein mit Rosinen. Auf der Bühne des Schortenser Bürgerhauses wurde ein Wolf aufgehängt &#8211; zum Glück nur eine Attrappe. Darunter feierten etwa 50 Mitglieder und Freunde unseres Heimatvereins mit dem Güstkinnelbeer, dass Oestringen seit 1738 ‘wolfsfreie &#8230; <a href="https://hv-schortens.de/wolfsfreie-zone-seit-dem-jahr-1738/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„&#8222;Wolfsfreie Zone&#8220; seit dem Jahr 1738“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Heimatverein Schortens feiert im Bürgerhaus sein traditionelles Güstkinnelbeerfest</h2>
<p>Rund 50 Mitglieder und Freunde feierten das Fest. Im Mittelpunkt steht Branntwein mit Rosinen.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/20091107__GUEGR.jpg" rel="lightbox[778]"><img decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="20091107__GUEGR" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/20091107__GUEGR_thumb.jpg" alt="20091107__GUEGR" width="455" height="305" border="0" /></a><br />
Auf der Bühne des Schortenser Bürgerhauses wurde ein Wolf aufgehängt &#8211; zum Glück nur eine Attrappe. Darunter feierten etwa 50 Mitglieder und Freunde unseres Heimatvereins mit dem Güstkinnelbeer, dass Oestringen seit 1738 ‘wolfsfreie Zone’ ist. Umrahmt wurde das traditionelle Beisammensein von Seemannsliedern des Chorus Stella Polaris, und auch das Plattdeutsche kam nicht zu kurz, abschließend erzählte Rudi Rabe noch drei Anekdoten ‘ut sien Pen’.</p>
<p><span id="more-778"></span>Georg Schwitters überbrachte Grüße unseres kommissarischen Leiters Michael Kunz, der leider dienstlich verhindert war. Er erinnerte daran, dass den Wölfen, im 17. und 18. Jahr-hundert eine wahre Landplage im Upjeverschen und Hopelser Forst, mit Treibjagden begegnet wurde. Bei Friedeburg soll 1731 ein Wolf geschossen worden sein. Als sich schließlich in der Nacht vom 20. auf den 21. November 1738 der letzte Isegrim erdreistete, sich dem Schafstall der Hofjägerfamilie Richter auf dem Klostergut Oestringfelde zu nähern, schoss ihn der Jägerssohn, Hermann Anton Richter, kurzerhand ab und hängte den Kadaver an einen Eichenpfahl, wo ihn Schaulustige aus dem ganzen Jeverland bestaunten. Die Holzpfähle wurden bis 1909 immer wieder ersetzt, bis der Wolfsgalgen in Vergessenheit geriet.</p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/20091107__GUEKL.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="20091107__GUEKL" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/20091107__GUEKL_thumb.jpg" alt="20091107__GUEKL" width="446" height="299" border="0" /></a></p>
<p>Aber schon auf der 18. Sitzung 1931 erinnerten sich die Mitglieder unseres zwei Jahre zuvor gegründeten Heimatvereins des Brauches und stellten auf den Tag genau 193 Jahre nach dem ersten Wolfsgalgen einen neuen Pfahl auf der Heide am Klosterweg auf, wo der Weg nach Schoost abzweigt.<br />
Schortenser Schüler mit Lehrer Fiet Claaßen sangen Jägerlieder, Pastor Engelbart berichtete vom Unwesen des grauen Tieres, und der stellvertretende Gemeindevorsteher Emil Martsfeld versprach, sich für die Pflege von Galgen, Gedenkstein und Bronzetafel, wie sie noch heute zu sehen sind, einzusetzen.<br />
Nun wollte man die Feier im Grünen Wald an der festlichen Tafel mit Messingleuchtern aus dem jeverschen Schloss mit etwas Besonderem ausklingen lassen, und den Heimatfreunden unter dem Vorsitzenden Dr. König fiel ihr Kinnelbeer ein, Branntwein mit Rosinen, zum ‘Kinnertöörn’ angesetzt und zur Geburt des Kindes genossen. Weil aber kein Kind geboren war, hieß es eben ‘güst’, also unfruchtbares Kinnelbeer. Als Beer bezeichnete man im Übrigen früher alles Alkoholische. Das Schortenser Lehrerquartett sang dazu, Georg Janßen-Sillenstede hielt einen Vortrag über den Wildschützen Anton Richter, zu dessen Nachfahren auch Hans-Wilhelm Grahlmann zählte. Der Wolfsgalgen hat inzwischen seinen Weg ins Vereinssiegel gefunden. Sprache im Verein war damals übrigens nicht das allgegenwärtige Platt, sondern das eher exotische Hochdeutsch.<br />
Auch in diesem Jahr schmeckte die Bohnsopp aus 38-prozentigem Branntwein wieder, schließlich war man nicht nur für Tee und Berliner gekommen. Nach der Probe durch ’Kröger’ Josi Klein und Schwitters kamen alle in den Genuss des leckeren Gebräus, serviert von Ilse und Anja vom Bürgerhaus.<br />
Zum Kinnelbeer haben viele eigene Erinnerungen. Wurde bei Osterkamps zur Geburt von Tochter Dagmar den Kinderkrankenschwestern das leckere Getränk überreicht, so erinnerte sich Georg Schwitters noch an den Zustand seiner Kommilitonen, nachdem er zur Geburt seiner Tochter Kinnelbeer ausgegeben hatte.<br />
Die Zuhörer schunkelten zu Liedern wie ’Du mein friesisches Land’ und ’In Johnnys Knei-pe’ begeistert mit, ’Matrosen, lasst uns trinken’ leitete perfekt zum Beer über, denn es endete mit ’Prost’, und nach dem Umtrunk ging es mit gelöster Zunge fröhlich weiter mit ’Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise’ und zu Liedern, so schön wie der Norden. Bis zum nächs-ten Auftritt versprachen die Sänger von Stella Polaris, die ‘Seewölfe’ des Abends, auch Plattdeutsches ins Repertoire aufzunehmen, wird die niederdeutsche Sprache doch im Verein seit den 60er Jahren, als der langjährige Vorsitzende Erhard Harms die Muttersprache wieder aufleben ließ, verstärkt gepflegt.<br />
Rudi Rabe beschrieb in seiner ersten Geschichte den Menschenschlag an der Küste als ‚mul-ful‘, im täglichen Umgang würden außerdem gerne einfache Fragen gestellt, die aber nur von ‚Gnatterigen‘ unfreundlich beantwortet würden, sind sie doch „een fein Bindeglied tüschen de Menschen„. In Schortens störe es einen Maurer selten, wenn er gefragt würde: „Bist an müürn?“, obwohl Antworten „van Tied afgehn“.<br />
Beim ‚Klassentreffen‘ berichtete der Erzähler von seinen „Schoolkameraden“, die sich nun siezen und alle „öller as ik“ scheinen. „Ik blief so as ik bin“, befand der Autor. Zum Ab-schluss des Abends entließ Rudi Rabe in seiner Geschichte ‘Malheur‘ die Heimatfreunde mit der Erkenntnis, dass „Menschen, de Malheur het, Bangbüdels sin“. Die Plattsnackers treffen sich wieder am 1. Dezember in der Waldschänke Schoost.</p>
<h6>Autor: Henning Karrasch</h6>
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<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009NWZ1.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="GKB 2009 NWZ" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009NWZ_thumb1.jpg" alt="GKB 2009 NWZ" width="490" height="446" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009Wobl1.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="GKB 2009 Wobl." src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009Wobl._thumb1.jpg" alt="GKB 2009 Wobl." width="486" height="580" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009WZ1.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="GKB 2009 WZ" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/GKB2009WZ_thumb1.jpg" alt="GKB 2009 WZ" width="486" height="432" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/DerletzteWolfWobl1.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Der letzte Wolf Wobl." src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/DerletzteWolfWobl._thumb1.jpg" alt="Der letzte Wolf Wobl." width="484" height="1203" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09001.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 001" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09001_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 001" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09002.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 002" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09002_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 002" width="164" height="244" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09003.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 003" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09003_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 003" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09004.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 004" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09004_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 004" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09005.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 005" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09005_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 005" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09006.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 006" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09006_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 006" width="244" height="164" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09007.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 007" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09007_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 007" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09008.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 008" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09008_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 008" width="244" height="164" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09009.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 009" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09009_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 009" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09010.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 010" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09010_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 010" width="244" height="164" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09011.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 011" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09011_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 011" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09012.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 012" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09012_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 012" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09013.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 013" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09013_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 013" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09014.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 014" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09014_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 014" width="244" height="164" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09015.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 015" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09015_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 015" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09016.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border-width: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 016" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09016_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 016" width="164" height="244" border="0" /></a><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09025.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 025" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09025_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 025" width="164" height="244" border="0" /></a></p>
<p><a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09026.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 026" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09026_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 026" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09027.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Güstkinnelbeer 09 027" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/Gstkinnelbeer09027_thumb.jpg" alt="Güstkinnelbeer 09 027" width="164" height="244" border="0" /></a> <a href="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/KrgerJosiKleinundGeorgSchwittersprobierendasGstkinnelbeer.jpg" rel="lightbox[778]"><img loading="lazy" decoding="async" style="display: inline; border: 0px;" title="Kröger Josi Klein und Georg Schwitters probieren das Güstkinnelbeer" src="https://hv-schortens.de/wp-content/uploads/2009/11/KrgerJosiKleinundGeorgSchwittersprobierendasGstkinnelbeer_thumb.jpg" alt="Kröger Josi Klein und Georg Schwitters probieren das Güstkinnelbeer" width="244" height="164" border="0" /></a></p>
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