Vom Wolfsgalgen inspiriert

Seit 80 Jahren erforschen die Mitglieder die Geschichte Schortens’

Am 10. Juli 1929 kam der „Freundeskreis der Altertümer“ erstmals in Schortens zusammen. Initiiert wurde er von Karl Bock aus Kloster, der ihn bis 1941 leitete.

„Erforsche die Wiegenzeit, die Geschicke, die Taten deines Volkes und deiner Stadt, denn es ist schimpflich, in seinem Vaterland ein Fremdling zu sein“, sagte einst ein römischer Gelehrter.

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Wie die Fürsten

Taubenhäuser

Quelle: Landwirtschaftsblatt Weser-Ems Nr. 27 vom 2. Juli 2004

Was heutzutage seltsam anmutet, war bis vor ungefähr 50 Jahren in Ostfriesland gang und gäbe: Statt Wellensittichen saßen damals Tauben in kunstvoll verzierten Käfigen. In Schortens gibt es jetzt eine Ausstellung.

Die Taube, genauer, die Lachtaube, auch Turteltaube plattdeutsch Tuddelduv genannt, galt als Glücksbringer.„Sie hatte aber auch praktischen Nutzen“, so Grahlmann, denn Tauben waren wie Wachhunde: Wenn Fremde den Hof oder das Haus betraten, gurrten sie so laut und durchdringend, dass die Besitzer sogar im Stall oder in der Werkstatt aufmerksam wurden.

Bogedan Grahlmann bei der Taubenhausausstellung

„Die Käfige hingen in Küchen, in den Wohnstuben, im Flur, sogar im Kinderzimmer. ”Oft wurde direkt über dem Kinderbett ein Taubenkäfig aufgehängt „, erzählt Bogedan Grahlmann, Leiter des Schortenser Heimathauses.
,,Man glaubte, dass dies Krankheiten von den Kindern fern hielte. „Die Haustauben und ,,tierischen Alarmanlagen“ mussten nicht etwa in schnöden Käfigen ihr Dasein fristen: ,,Viele Lachtauben wurden in wahren Taubenpalasten gehalten“, so Bogedan Grahlmann. Er sammelt seit knapp 30 Jahren Taubenhäuser und zeigt in Schortens zurzeit eine Auswahl eigener und geliehener Stucke aus Friesland und Ostfriesland.

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