Hilfe für Einkäufe gesucht?

Um von Corona gefährdete Mitmenschen zu schützen, bieten zahlreiche Vereine und Privatpersonen ihre Hilfe – in Form von z. B. Einkäufen für Menschen in Quarantäne – an. Auch Kurt Langkau bietet mit den „Einkaufshelden“ seine Hilfe an: „Ich möchte für Schortens eine so genannte Einkaufsgruppe ins Leben rufen. Gesucht werden Freiwillige, die für Mitbürger, die in Quarantäne sind oder gesundheitlich eingeschränkt und keine Verwandte haben, einen Einkauf oder Apothekengang übernehmen könnten“, schreibt er. Wer nicht auf Facebook unterwegs ist, kann sich auch auf der Seite „Die Einkaufshelden“ der Jungen Union als Helfer oder Hilfesuchender registrieren.

Jahreshauptversammlung des Heimatvereins

In seinem Jahresrückblick berichtete Johannes Peters, Vorsitzender des Heimatvereins Schortens von 1929 e.V., auf der Jahreshauptversammlung von einem ereignisreichen Jahr. Er zeichnete Hans-Gerd Fritzsche für 25-jährige Zugehörigkeit aus. Bei den Wahlen wurden Johannes Peters, seine Stellvertreter Pascal Reents und Ronald Brandes, Kassenwart Rudi Rabe, Schriftführer Holger Krahe sowie der erweiterte Vorstand mit Helga Meyer, Ingrid Baron und Peter Homfeldt im Amt bestätigt. Neue Ehrenrätin wurde Annemarie Zeuske anstelle von Franz Cornelius. Derzeit hat der Verein 201 Mitglieder. Das Grünkohlkönigspaar 2019 hieß Elfride Böhm und Wolfgang Steinhaus. Die Führung durch die St. Floriankirche Sillenstede mit Doris Wolken und das Olympia-Museum mit Zeitzeige Helmut Hoffrogge wurden verfilmt. Bei Besuchen des Landschaftstags in Wildeshausen und der Tagung der Heimat- und Bürgervereine in Visbek staunte der Vorsitzende über die Möglichkeiten anderer Heimatvereine, wie er sagte. Bernd Grahlmann berichtete den Heimatvereinsmitgliedern vom angespannten Verhältnis seines Urgroßvaters zur Kirche. Den Pastor habe er zur Taufe seines Sohnes mit dem abgefegten Mistkarren holen lassen. Das Osterfeuer am Klein-Ostiemer-Weg und ein Ausflug ins frühere Eisenerzbergwerk Damme und zum Dümmer standen ebenso auf dem Programm wie ein Vortrag von Dr. Holger Freund über botanische Neubürger auf den ostfriesischen Inseln. Das Erdbeerfest und der Vortrag von Günter Schrader über seine Vertreibung aus Schlesien kamen ebenso gut an wie die Radtour durch den Forst Upjever mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub und Carsten-Friedrich Streufert, über den es nach Ansicht des Vorsitzenden ebenso einen Film geben sollte. Zum plattdeutschen Abend sang Helmut Hoffmann, Andreas Gerdes und Hans- Jörg Beyer erzählten. Ein Schreiben wegen des gewünschten neuen Heimathauses oder Stadthauses an den Rat und Bürgermeister Gerhard Böhling blieb leider unbeantwortet, sagte der Vorsitzende bedauernd. Er würde ein Gebäude nahe des Stadtmarketings begrüßen, das Exponate seit dem zweiten Weltkrieg und das Olympia-Museum aufnähme und an fünf Wochentagen offen sei. Reinhard Steinke und weitere Mitglieder des Heimatvereins stellten das Ortsfamilienbuch Schortens vor. Beim Klönabend am Mittwoch, 8.April, soll es erneut erläutert werden. Ein weiterer Film entstand über das Jubiläum der Glocken der St. Stephanuskirche Schortens zum Erntedank. Hans-Heinrich Schrievers vom dritten Oldenburgischen Deichband referierte im Bürgerhaus über die Deichsicherheit. Im Küsteum Sande trafen sich friesländische Heimatvereine. Das Güstkinnelbeer war stimmungsvoll, ebenso die Adventsfeier. Sie war zugleich ein Schultreffen nach 70 Jahren mit Professor Dr. Menno Aden, Pastorensohn aus Schortens. Auch dazu entstand ein Film. Gut war der Losverkauf bei „Wiehnachten bi de Kark“. An Silvester wurde im Schortenser Kirchturm gebeiert. Für 2020 sind eine Kirchenführung in Accum und ein Ausflug ins Ammerland, wo eine Baumschule und eine Großbäckerei besichtigt werden sollen, auf der Agenda. Im Rahmen einer Masterarbeit sollen Straßennamen erklärt werden. Aufgrund einer Anfrage der Grundschule Roffhausen zur Heimatkunde regte Johannes Peters einen heimatkundlichen Leitfaden an. Werner Stubenrauch informierte zum Sachstand Friesen-Hof.

Grünkohlessen 25.01.2020 in der Gaststätte „In`t Dörp“

Der Vorsitzende Johannes Peters konnte 49 Mitglieder und Gäste zum diesjährigen Grünkohlessen begrüßen: Wir befinden uns jetzt in der fünften Jahreszeit, der Grünkohlzeit. Da viele schon etwas älter sind, verzichtet der Heimatverein auf die bei anderen Vereinen oft vorangehende Kohltour mit Bollerwagen und hochprozentigen Getränken und nehmen gleich gemütlich am gedeckten Tisch Platz. Grünkohl braucht Frost. Das ist allgemein bekannt. Erst Kälte sorgt für das volle Aroma von Grünkohl. Die tiefen Temperaturen bewirken Zweierlei: Zum einen die Umwandlung der in der Pflanze enthaltenen Stärke in Zucker, wodurch der Grünkohl seinen angenehmen würzigen und süßlich-herben Geschmack erhält, zum anderen eine Lockerung des Zellgewebes, was das Gemüse bekömmlicher macht. Da die Winter immer wärmer werden und es immer seltener richtig friert, müssen wir uns aber keine Sorgen wegen unseres Kohls zu machen, denn es gibt schon neuere Sorten, die nicht mehr unbedingt Frost brauchen. So wird auch in Zukunft die Tradition des Kohlessens bestehen bleiben, wie schon seit Jahrhunderten in Oldenburg. Oldenburg ist eine Kohlhochburg. Dreimal Kohl in der Woche war Oldenburger Gewohnheit. Nach einer Ordnung im Jahre 1741 bekamen auch die Bedürftigen im Armenhaus Kohl- sonntags-dienstags und donnerstags. Kohl war aber nicht nur ein Essen für Arme und Normalbürger, denn auch die Honorationen der Stadt fuhren mit dem Schlitten aufs Land und ließen sich von einem reicheren Landmann zu einem Kohlessen einladen. Der Oldenburger Turnerbund soll vor über 100 Jahren der Erfinder der Kohltouren gewesen sein. Die Herren wollten bei einer jährlichen Wanderung wie immer ein Süppchen essen, doch das war alle. Der Wirt konnte nur die Reste eines Grünkohlessens servieren. Das gefiel ihnen so gut, dass von nun an immer Grünkohl gegessen wurde. Das bekannteste Grünkohlessen ist das „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ in Berlin. Als 1956 Bundespräsident Theodor Heuss nicht nach Oldenburg zum Grünkohlessen kommen konnte, wurde das Essen kurzerhand nach Berlin verlegt. Dies wurde bis heute beibehalten und alles was Rang und Namen hat, nimmt daran teil. 150 kg Kohl, 500 Pinkelwürste, 400 Kochmettwürste, 20 kg Speck und 70 kg Kassler werden verzehrt. Höhepunkt ist dann die Königsproklamation. Diese fand auch beim Heimatverein statt. Rudi Rabe konnte verkünden, dass nach eingehender Beratung Ortrud Hasselhorn als Kohlkönigin und Manfred Siebert als Kohlkönig proklamiert werden konnten.

Ingrid Baron(links) und Brigitte Höth (rechts) überreichten der Kohlkönigin Ortrud Hasselhorn und Kohlkönig Manfred Siebert den Wanderorden und einen Heimatkalender
Die Mitglieder und Gäste in voller Erwartung auf das leckere Grünkohlessen Bilder Jürgen Niemann

Das Essen wurde mit einem kurzen plattdeutschen Gedicht eröffnet:

Gröönkohl
För Grönen Kohl up norddüütsch Aart
daar hebbt wi in`n August al spaart.
Man kummt denn de November ran
fangt dat Gröönkohlarnten an.
Doch beten Fröst, de höört darto,
dat is siet olle Tieden so.
He waard plückt, wuschen, lütt maakt
un in`n groten Pott möör kokt.
Mit Kohlwurst, Kassler, Back van`n Swien
so smeckt dat good, so sall dat sien.
Un nu sett wi uns all an`n Disch
de Kröger bringt de Gröönkohl frisch.
Dat smeckt uns, wi haut rin,
so is`t na uns Krögers Sinn.
Wi freut uns al dat heele Jahr,
verputzt den Kohl mit Huut un Haar.
Goden Appetit