Die Moore sind in den Upjeverschen Forst zurückgekehrt

Vortrag Carsten F. Streufert berichtet über Renaturierung im Upjeverschen Forst

„Als ich in den achtziger Jahren meinen Vorgesetzten vorschlug, Moorflächen im Upjeverschen Forst wieder herzustellen, wurde ich mit den Händen an der Hosennaht vor die Tür gesetzt. Lediglich die Herstellung eines kleinen Gewässers im Bereich der Krickmeere wurde mir ‚zähneknirschend’ zugestanden.“ Über die Anfänge und die Entwicklung der Renaturierungen im Upjeverschen Forst berichtete Förster Carsten F. Streufert den Mitgliedern des Heimatvereins.

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Bild Macht Lust auf einen Spaziergang durch den Upjeverschen Forst: Carsten F. Streufert berichtete über die Renaturierungen im Forst Upjever

Weit ging Streufert in die Geschichte zurück. Mehr als 20 Gewässer – Meere, Poole und Kuhlen – hat es im 18. Jahrhundert im Forst noch gegeben. Für die Menschen damals war das „Unland“, weil es wirtschaftlich nicht nutzbar war. So wurde trocken gelegt, was nur irgend möglich war und fast alle Gewässer verschwanden und mit ihnen auch der Lebensraum für eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

„Als dann in den neunziger Jahren für große Bauprojekte Ausgleichsflächen ausgewiesen werden mussten, lagen wir plötzlich mit unseren ‚spinnerten Plänen’ ganz vorne. Jetzt waren Renaturierungsmaßnahmen auch wirtschaftlich darstellbar und Forstwirtschaft orientiert sich natürlich in erster Linie an Wirtschaftlichkeit.“ Streufert hatte fertige Pläne in der Schublade und zusammen mit der unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis wurde eine Agentur für Ausgleichsflächen gebildet.

Und im Jahr 2005 war der erste Abschnitt der Kirckmeere wieder ein Moorgebiet. Das Wasser wurde angestaut und viel schneller als erwartet stieg es von unten wieder an. Ab 2010/2011 sind auch der zweite Teil der Krickmeere und das Engelsmeer wieder vom Nadelholz befreit und als Moor wieder hergestellt.

Und über die Resultate gerät der sonst eher nüchterne Förster ins Schwärmen: „Algen in allen Farben, Wollgras, Laichkraut, Seggen, Schwimmgräser, Sonnentau, Libellen und eine Vielzahl seltener Insekten sind ganz schnell wieder zurückgekehrt. Samen haben im Boden 70 Jahre gewartet, bis die Bedingungen wieder stimmten.“

Auf die Frage von Uta Schüder, was denn sein nächster Wunsch wäre, antwortet er wie aus der Pistole geschossen: Die Renaturierung des Torfmeers. Ob er die Pläne schon in der Schublade hat, lässt er offen.

Vgl. auch NWZ-Online

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