Die Bürger wollen ihren Wald zurück

Aktionsbündnis Pläne zur Renaturierung stoßen auf große Resonanz

Der Plan ist kühn und ambitioniert, trifft aber wohl genau ins Schwarze: Nachdem der Fliegerhorst Upjever als Flugplatz entwidmet ist und als solcher auch nicht mehr genutzt wird, wollen Bürger einen Teil des Geländes zurückhaben und es wieder zum Herzstück des Waldes machen. Dabei soll die historische Jeversche Allee vom Schloss Jever zum Forsthaus Upjever wieder komplett hergestellt werden.

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Sichtlich erfreut und überrascht zeigten sich die Initiatoren des neu ins Leben gerufenen Aktionsbündnisses „Upjever lieb ich!“, über den Zuspruch ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung zu ihrem ehrgeizigen Plan, die alte Jeversche Allee wieder herzustellen und einen Teil des inzwischen entwidmeten Flugplatz Upjever wieder aufzuforsten. Mehr als 150 Bürger aus Schortens und den umliegenden Gemeinden hatten sich eingefunden und zeigten mit ihrem Beifall, dass das Bündnis offensichtlich einen Nerv getroffen hat.

In einem selbst produzierten Film über die Geschichte des Forsts zeigte Förster Carsten – Friedrich Streufert noch einmal die Geschichte dieses zweitgrößten von Menschen angelegten Waldes in Deutschland auf. Seit seiner Anlage durch Maria von Jever im 16. Jahrhundert war der Wald immer von den jeweiligen Landesherren aus Oldenburg oder auch Zerbst gefördert und ausgebaut worden. Mit dem Bau des Flugplatzes 1935 gingen zentrale Teile des Waldes verloren. Und 1951 und 1986 wurde das Gelände nach Osten hin noch einmal erheblich erweitert.

Um diese Flächen geht es der Initiative um Helmut Wilbers und Carsten – Friedrich Streufert. Dieser Teil soll zurückgebaut und nach den Grundsätzen einer langfristigen ökologischen Waldentwicklung aufgeforstet werden. Mit der Einbindung in einen überregionalen Grünzug und der Wiederherstellung der mittelalterlichen Teichanlage des Klosters Oestringfelde könnte dieses Gelände dann auch einen wichtigen Beitrag zur Trinkwasserbildung in der Region beitragen.

Einen ganz besonderen Ehrengast konnte Streufert begrüßen: Ruth Liebich die jüngste Tochter des Försters Richard Liebich, der in den zwanziger und dreißiger Jahren in Upjever tätig war, erzählte der Versammlung, wie sie ihre Kindheit im forst und den Bau des Flugplatzes erlebt hatte. Die inzwischen 93 jährige Dame hat sich ihr Leben lang für diesen Wald ihrer Kindheit engagiert und ist für die Versammlung aus der Nähe von Osnabrück angereist. Ihr Name erklärt auch, warum die Initiative sich „Upjever lieb ich!“ nennt. Die aktiven Mitglieder des überparteilichen Bündnisses treffen sich am nächsten Mittwoch um 20.00 Uhr im Bürgerhaus, um weitere Aktivitäten zu beraten.

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Bild Ehrengast der Initiative „Upjever lieb ich!“ war die 93 jährige Ruth Liebich, die aus ihrer Kindheit im Forsthaus erzählte, zusammen mit Carsten – Friedrich Streufert und Helmut Wilbers.

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