Das einzige Hühnengrab im Jeverland wiedergefunden

Das einzige Hühnengrab im Jeverland wiedergefunden Schortenser Heimatfreunde führten Exkursion durch

Schortens. Eine interessante Exkursion führte Heimatfreunde aus Schortens und vom Wilhelmshavener Heimatverein »Die Boje« unter Führung des Schortenser Vorsitzenden Erhard Harms in der vergangenen Woche in das Grenzgebiet zwischen Oldenburg und Ostfriesland. Startpunkt war der »Nobiskrug« in der Nähe von Möns. Dort war man auf der Spur des »versunkenen« einzigen Hünengrabes des Jeverlandes.

clip_image004

Dr. Karl Fissen aus Jever hatte den Anstoß gegeben. Er hatte sich nach dem Verbleib dieses Steinmals erkundigt, das bis Ende des vorigen Jahrhunderts dort stand.

Prof. Riemann schrieb 1896 über diese Anlage: Diesseits Nobiskrug erhob sich noch vor jetzt 15 Jahren zwischen dem zur Chaussee führenden und dem nach Jever verlaufenden Feldweg, mitten im Ackerland gelegen, ein altheidnisches Denkmal. Ein mächtiger Granitblock, 3 Meter lang und 1,5 Meter breit, auf drei Granitbrocken, die mit Heide und von Bickbeersträuchern überzogen den Anschein erwecken, als ob der Stein sich auf einem Hügel erhebe. Der Steinkoloß deckte und zierte offenbar eine Grabstätte von einem gefallenen Heiden, der vor Jahrtausenden eingegangen war zu Walhallas Freuden. Es war das einzige Denkmal dieser Art, welches unser Jeverland besaß. Der Stein aber war dem Besitzer des Landes beim Pflügen hinderlich. Er versuchte ihn mit Pulver zu sprengen, und da er nicht zum Ziele kam, untergrub er ihn und ließ ihn dabei in Brocken zerspringen, wobei der in Brocken zersprungene Block im Boden versank. Das war 1881. Beim Ausstich des unter dem Denkmal befindlichen Erdreiches sollen Urnen, »olle Pott«, sonst aber keine Altertümer zum Vorschein gekommen sein, was aber bei der Unachtsamkeit, mit der die Arbeit geschah, nicht verwunderlich ist.

Soweit der Wortlaut. 1935 und 1938 wurde der abgesenkte Stein jeweils von Dr. Schutt, dem Flugplatz-Bauleiter, und Museumsleiter Michaelsen aus Oldenburg wieder freigelegt, wobei es besondere Ereignisse nicht gab. In jüngster Zeit wurde dieser Ort zur Kiesgewinnung erschlossen, und es entstand eine Baggerkuhle. Dabei ist auch die abgesenkte Steinplatte wieder zum Vorschein gekommen. Mathias Oltmanns, der jetzige Grundeigentümer, berichtete den Heimatfreunden an Ort und Stelle, daß er beim Pflügen früher immer darauf achten mußte, daß er mit der Pflugschar nicht auf den abgesenkten Stein stieß. Er hatte die Stelle lange Zeit mit einem Pfahl markiert. Über den Verbleib des Steines, der bei der Bergung im Jahre 1974 zerbrach, berichtete Oltmanns, daß dieser auf dem Gelände des Flugplatzes Upjever einen neuen Platz gefunden hat. Wenn man es genau nimmt, hat nur Ärger und Umstand beim Pflügen dazu geführt, daß das Jeverland seines einzigen Steingrabes beraubt wurde. Das bedauern sicher nicht nur die Heimatfreunde.

 clip_image002

Quelle: Schortens aktuell aus dem Sommer 1975, archiviert von Alfred Amman

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.