Bieter für „Olympia“-Überbleibsel gesucht

Halle 22 und Gewerbeareal werden zwangsversteigert – 1957 gebaut

Oliver Braun

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Die Hoffnung, dass die Halle 22 nach Insolvenz von AE Formen- und Werkzeugbau nicht lange leer steht, erfüllte sich nicht. Nun wird das Objekt zwangsversteigert.

Bild: Oliver Braun

ROFFHAUSEN – Mit den Werkzeugbau­ern fing 1946 die Olympia-Geschichte in Roffhausen an, und mit den Werkzeugbauern ging die Industriegeschichte vor vier Jahren – 20 Jahre nach dem Olympia-Aus – und der Insolvenz von AE Formen- und Werkzeugbau am Standort auch endgültig zu Ende. Die Hoffnung, dass die Halle 22 plus weitere Nebengebäude und Werkstätten, in denen jahrzehntelang für Olympia und später für die Automobilindustrie produziert wurde, nicht allzu lange leer stehen würde, erfüllte sich nicht.

Nun soll der 1957 errichtete Gebäudekomplex auf dem früheren Werksgelände der Olympia-Werke, dem heutigen Areal des Technologie Centrums Nordwest (TCN), zwangsversteigert werden. Die Halle 22, eine der ersten Bauten für die Olympia-Werke in Roffhausen und rund 25 000 Quadratmeter groß, befindet sich noch zu zwei Dritteln im Urzustand.

Zur Versteigerung kommt ein rund 3,5 Hektar großes Areal inklusive der Halle 22 und sieben weiterer Objekte. Der Verkehrswert liegt bei 1,139 Millionen Euro. Unter dem Namen „Gewerbe und Industrie Olympia-Werke West“ können Interessenten am 27. Oktober im Amtsgericht Jever ihr Gebot abgeben. Da es sich um den ersten Versteigerungstermin für dieses Objekt handelt, sind mindestens 70 Prozent des Verkehrswerts aufgerufen, also rund 790 000 Euro.

AE Formen- und Werkzeugbau ist Mitte der 1990er Jahr aus den Überbleibseln der Olympia-Werke hervorgegangen und gehörte zur thüringischen AE Gruppe. Seit 2005, als es beim damaligen Mutterkonzern einen Wechsel in der Führungsspitze gab, zeichnete sich das Ende ab. Dann kam die Finanz- und Wirtschaftskrise. Im April 2009 beantragte die AE-Gruppe Insolvenz. Für den Standort Roffhausen wurde unter dem Namen Formen- und Werkzeugbau Schortens ein eigenes Insolvenzverfahren eröffnet. Ein neuer Investor fand sich jedoch nicht. Als dann auch noch die frühere Mutter AE der Tochter die Aufträge zusammenstrich, war das Aus besiegelt.

Bemühungen, die große Halle zu veräußern, blieben erfolglos. Nun kommt es auf Betreiben der Gläubigerbank zur Zwangsversteigerung.

Quelle: NWZ-Online

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