Ausstellung zu Gebeinen aus dem Klosterpark

Den Programmablauf entnehmen Sie bitte dem Ausstellungs-Flyer.

In die Geschichte des Klosters Oestringfelde können Besucher der kommenden Vereinsausstellung unter dem Titel ‘Die Gebeine des Klosterparks – Lebten Ebba und Dieka als Nonnen im Kloster Oestringfelde?’ eintauchen. Die Schau im Heimathaus, Jadestraße 8, wird am Sonntag, 30. Oktober, um 11.30 Uhr eröffnet.

Die Astringer Strieders sollen draußen Zweikämpfe mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Waffen vorführen. Bis Sonntag, 27. November, besteht jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit zum Besuch, im Rahmenprogramm können Besucher Steinbearbeitung erleben und sich von Kräuterfrau Heike Duden in die Geheimnisse der Pestkräuter einweihen lassen. Unter 04461/80418 können gerne Wochentermine für Gruppen und Schulklassen vereinbart werden.

Anlass der Schau war der Fund von sechs Skeletten nach einem Sommergewitter 2010, die von Baumwurzeln hervorgerissen und durch Heino Albers, Vereinsmitglied und Archäologiebeauftragter des Landkreises Friesland, mit “schlafwandlerischer Sicherheit” entdeckt und in einer Notgrabung mit Grabungstechnikern des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege geborgen wurden. Zwei Skelette befinden sich heute in Oldenburg und warten im Magazin des Landesamtes auf ihre Untersuchung.

Die mögliche Lebensgeschichte der fiktiv benannten Dominikanerinnen Ebba und Dieka, vermutlich Häuptlingstöchter, bildet den roten Faden durch die mit viel Liebe zum Detail konzipierte Schau, für die die “emsigen Arbeitsbienen” des Vereins immer neue Exponate entdeckten. Besucher können sich so auf eine spannende Zeitreise von der Klostergründung im zwölften Jahrhundert in der Nähe des vorchristlichen Heiligtums bis zu seiner Auflösung im Zuge der Reformation im Jahre 1596 begeben.  Nachgeschmiedete Archäologiebeauftragter sind ebenso zu sehen wie Tonscherben vom Klostergelände und Kugeltöpfe aus Sillenstede und Stummeldorf zum Vergleich. Eine Pestmaske steht stellvertretend für die Zeit der großen Epidemie um 1350, die 85 Prozent der Bevölkerung dahinraffte, worauf eine Sense anschaulich verweist, und deretwegen die Kanoniker Oestringfelde verließen, um sich südlich von Münster an der Vechte anzusiedeln, und die Dominikanerinnen aus Norden die Anlage übernahmen. Die Kleidung beider Gruppen können Besucher dank der Hilfe des Jever Art Ensembles bewundern, Kleiderpuppen stammen aus Schortens und dem Heimatmuseum Friedeburg.

Durch Heimatvereinsmitglieder geborgene Mauersteine, Granit- und Sandsteinquader sowie Ziegelscherben verdeutlichen ebenso die Baugeschichte wie Dachziegel vom ostfriesischen Kloster Ihlow. Viele Steine wurden später zur Befestigung des Schlossplatzes in Jever, zum Bau der dortigen St.Annenkapelle und der Anlage der Gräben von Burg Kniphausen verwandt.
Das genaue Aussehen von Kirche und Gebäuden ist unbekannt und wird es wohl auch bleiben, denn Grabungen, die zumindest Aufschluss über die Anzahl und Lage der Gebäude gäben, würden nur bei drohender Gefahr durchgeführt. Klosterpark und Grabensystem entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts, ein rund 500 Hektar großes Klostergut bestand schon früher.
Dazu zählten Silland, Schortenser Hammrich und die Klosterheide, ungefähr dort, wo heute das AquaToll und der umgebende Stadtteil Jungfernbusch liegen.
Taufstein, Maueranker und Schlüssel der Klosterkirche sowie ein Bild des Turmes von 1747, bis Ende des 18. Jahrhunderts letztes Relikt der Anlage, sind freundliche Leihgaben des Schlossmuseums Jever. Eine Schortenser Flurkarte lässt erkennen, wo Namen wie Mönchenkamp noch heute auf das Kloster hindeuten.

Ausstellung ‘Die Gebeine des Klosterparks’ stößt auf großes Interesse

Zahlreiche Gäste konnten die Mitglieder des Heimatvereins Schortens, allen voran Vorsitzender Michael Kunz sowie die Gestalter der Ausstellung, Regina Rüdebusch, Peter Homfeldt und Heino Albers, zur Eröffnung der Schau ‘Die Gebeine des Klosterparks’ im Heimathaus, Jadestraße 8, begrüßen.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Heide Bastrop wünschte im Namen der Stadt viel Erfolg.
Bis zum Sonntag, 27. November, können die Besucher nun an jedem Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr anhand der Exponate, davon viele Originale vom Gelände des Klosters Oestringfelde, und Begleittexte ein Bild von der Zeit der Gründung des Klosters im 12. Jahrhundert bis zum Abbruch des Kirchturmes als letztem sichtbaren Zeichen im ausgehenden 18. Jahrhundert erhalten.
Zur Eröffnung führten die Astringer Strieders die Gäste in die Kampfkunst mit Schwertern sowie Pfeil und Bogen ein, am ersten und zweiten Novemberwochenende werden mit ‘Allerley Handwerkerey’ und Stein-Hort unter anderem Perlen gemacht, am dritten Wochenende stellt Kräuterfrau Heike Duden Pestkräuter vor, und zum Abschluss dürfen sich die Besucher überraschen lassen.

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